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Power Posing


Power Posing ist ein Begriff aus dem Bereich der nonverbalen Kommunikation und geht auf Untersuchungen von Dana Carney, Amy Cuddy und Andy Yap aus dem Jahr 2010 zurück. Unter Power Poses – Machtposen – werden weite, offene und raumeinnehmende Körperhaltungen verstanden, die bei Einnahme dieser Posen zu einer Zunahme des Testosteronspiegels und zu einer Abnahme des Cortisolspiegels führen sollen. Individuen, die Power Posing zeigen, fühlen sich demnach mächtiger und verhalten sich auch risikofreudiger.

Das Konzept des Power Posing wurde vor allem im Managementkreisen populär, und es war beeindruckend, wie viele Menschen dieses Konzept übernommen haben, wobei ein Vortrag über Power Posing  mehr als 70 Millionen Mal betrachtet wurde und ein Buch darüber auf der Bestseller-Liste der New York Times stand.

Die Wirksamkeit von Power Posing wird von vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern angezweifelt, weil die Ergebnisse in anderen Studien nicht reproduziert werden konnten. Das lag vor allem daran. dass Machtposen nur mit solchen Posen verglichen wurden, die dazu in starkem Gegensatz standen, etwa schlaffe und lümmelnde Körperhaltungen, doch einen Vergleich mit neutralen Körperhaltungen hatte in den zahlreichen Studien niemand durchgeführt. Es hat nie eine Studie gegeben, in der eine Power-Pose mit einer normalen Pose verglichen und ein positiver Effekt für eine Power-Pose festgestellt wurde.

Mittlerweise sind eine Vielzahl von Studien durchgeführt worden, wie sich Körperhaltung und Bewegungsmuster auf Emotionen und Verhalten auswirken. Elkjær et al. (2020) haben nun in einer Metastudie untersucht, ob der Effekt von Bewegungen und Körperhaltungen wirklich robust ist, sich also in unterschiedlichen Studien nachweisen lässt, oder ob er eher darauf zurückzuführen ist, dass in wissenschaftlichen Zeitschriften vor allem positive Befunde veröffentlicht werden. Mit speziellen Verfahren zur statistischen Kontrolle des Publikationsbias wurden Ergebnisse von über siebzig Studien analysiert, wobei sich zeigte, dass der Effekt des Körpers auf die Psyche stabil ist und unterschiedliche emotionale und verhaltensbezogene Variablen, wie Gefühle, das emotionale Gedächtnis oder die Risikobereitschaft durch das motorische System beeinflusst werden. Effekte auf das Hormonsystem konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. Die Analysen bestätigten auch, dass eine zusammengesunkene Körperhaltung sich negativ auf den Zustand der Menschen auswirkt, jedoch wurden keine Hinweise für die positiven Effekte einer betont expansiven Körperhaltung im Sinne des Power-Posing gefunden.

Literatur

Carney, Dana R., Cuddy, Amy J. C. & Yap, Andy J. (2010). Power Posing: Brief Nonverbal Displays Affect Neuroendocrine Levels And Risk Tolerance. Psychological Science, 21, 1363-1368.
Cuddy, A. J. C., Wilmuth, C. A. & Carney, D. R. (2012). The Benefit of Power Posing Before a High-Stakes Social Evaluation. Harvard Business School Working Paper, No. 13-027.
Elkjær, E., Mikkelsen, M.B., Michalak, J., Mennin, D. S. & O’Toole, M.S. (2020). Expansive and contractive postures and movement: A systematic review and meta-analysis of the effect of motor displays on affective and behavioral responses. Perspectives on Psychological Science, doi: 10.1177/1745691620919358.


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