Künstlerische Therapien

Künstlerische Therapien – auch Kreativtherapien – zielen darauf ab, die physische, psychische und psychosoziale Gesundheit wieder zu erlangen, zu erhalten und zu fördern. Damit zielen sie auf die Verbesserung der Lebensqualität bei psychischen und somatischen Erkrankungen sowie bei emotionalen, kognitiven oder sozial bedingten Einschränkungen, Behinderungen oder Leidenszuständen.

Künstlerische Therapien basieren auf dem Interaktionsgeschehen zwischen Klient, Therapeut und schöpferisch- künstlerischem Prozess bzw. Werk. Die handlungsorientierte Anwendung künstlerischer Medien und Prozesse verbessert auf der Basis der therapeutischen Beziehung insbesondere die Wahrnehmung, die Regulation von Verhalten und Emotionen sowie kommunikative Fähigkeiten und soziale Interaktionen.

Mit ihren spezifischen Interventionen fördern Künstlerische Therapeuten vor allem den Zugang zu präverbalen und nonverbalen psychischen Inhalten, und ermöglichen damit Selbstreflexion bzw. Bewusstwerdung und erleichtern die Integration von belastenden und traumatischen Erlebnissen und Erfahrungen. Die Behandlung zielt auf eine nachhaltige Stabilisierung und Wiedereingliederung in den Lebensalltag der KlientInnen, indem sie Kernkompetenzen der Lebensbewältigung wie Problemlösungsverhalten und Selbstregulation, die einen langfristigen Heilungserfolg begünstigen, stärkt und entwickelt.

Siehe dazu im Detail die spezifischen Ausformungen als


Die Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien gibt ein Open-Access Journal für Künstlerische Therapien heraus, und veröffentlicht wissenschaftliche Artikel aus dem gesamten Bereich der Kunst-, Musik-, Tanz- und Bewegungs-, Theater-, und Poesietherapie. Sie ist das Organ der 2017 gegründeten Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien und erscheint als frei zugängliche Open-Access-Zeitschrift. Publizierte Artikel sind dadurch für alle Interessierten weltweit kostenlos verfügbar.

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Künstlerische Therapien (BKT) wurde 1984 von den ersten Musiktherapiestudierenden und Professoren  der Universität Münster als Musiktherapie e. V. gegründet, wenig später um Tanztherapie erweitert, und ist bundesweit zur Förderung aller Künstlerischen Therapien tätig. Seit dem Jahr 1987 wird die Zeitschrift „Musik-, Tanz- und Kunsttherapie – Zeitschrift für künstlerische Therapien (MTK)“ herausgegeben.


Es gibt etwa eine Maltherapie auf Basis der Analytischen Psychologie C. G. Jungs, wobei es beim Malen aus dem Unbewussten um etwas anderes als das Produzieren von schönen Bildern geht: Das Ziel der Jung’schen Maltherapie ist es, der Seele zu ermöglichen, sich selbst auszudrücken, und durch Malen und Gestalten Selbstheilungsprozesse in Gang zu setzen. Dabei haben Farben und Formen eines gemalten Bildes zum einen eine diagnostische Funktion und können seelische Probleme verdeutlichen, doch ist das Malen aus dem Unbewussten aber vor allem ein therapeutischer Prozess, der mit schöpferischer Selbstgestaltung und Reifung einhergeht.

Literatur

http://wfkt.de/schwerpunkte/kuenstlerische-therapien/ (19-06-09)
http://bkt.blog.muenster.org/ (21-04-08)


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