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Ketamin

Ketamin ist ein Cyclohexanonderivat und ist ursprünglich ein Medikament in der Human- und Tiermedizin zur Behandlung von Schmerzen oder zur Einleitung einer Narkose. Jüngste Studien haben auch die antidepressiven Eigenschaften von Ketamin gezeigt, sodass im März 2019 die American Food and Drug Association (FDA) ein von Ketamin abgeleitetes Nasenspray zur Behandlung von behandlungsresistenten Depressionen genehmigte, auch wenn der zugrunde liegende Wirkmechanismus des Medikaments unbekannt und seine Wirkung auch sehr kurzfristig ist.

Die antidepressive Wirkung des Anästhetikums Ketamin beruht dabei vermutlich auf der Wiederherstellung von Synapsen im medialen präfrontalen Cortex, dem Entscheidungszentrum des Gehirns. Tierexperimentelle Studien an Mäusen zeigen, dass es nach einmaliger Gabe von Ketamin zur Erneuerung alter Spines und zur Bildung zusätzlicher Spines kommt, die die Konnek­tivität im medialen präfrontalen Cortex wieder herstellen. Schon drei bis sechs Stunden nach der Behandlung kommt es im medialen präfrontalen Cortex zu einem Anstieg der funktionalen Konnektivität, die bei den Tieren mit der Abnahme von depressiven Verhaltensweisen korrelierte, allerdings war die Gabe von Ketamin bei den Versuchstieren nicht von Dauer.

Ketamin werden bei Süchtigen auch als Alternative etwa zu Ecstasy immer beliebter, da sie wesentlich billiger als Kokain ist. Dieses Medikament wird deshalb als Partydroge missbraucht, da bei lauter Musik und Tanz Traum und Wirklichkeit verschwimmen, ein Effekt, der als Verschmelzung mit der Umgebung beschrieben wurde, allerdings nicht selten in Wahngedanken, Delir und Verwirrtheit abdriftete. Eine häufige Einnahme steht nach wissenschaftlichen Tests mit Gedächtnisproblemen in Zusammenhang, wobei das Kurzzeitgedächtnis, das episodische Gedächtnis und einige exekutive Funktionen gestört werden. Vor allem das Erinnern von Namen, Gesprächen und Mustern wird gestört, manche Konsumenten entwickeln auch leichte Wahnvorstellungen (Stangl, 2019).

Literatur

Stangl, W. (2017). Psychopharmaka. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Psychopharmaka.shtml (2017-04-17).


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