Broken-Heart-Syndrom

Das Broken-Heart-Syndrom (Takotsubo syndrome, s. u.) ist eine plötzlich auftretende Herzmuskelerkrankung, die durch großen emotionalen Stress ausgelöst wird, etwa durch große Trauer, Wut oder Angst, seltener aber durch positive Emotionen wie Freude. Betroffene zeigen ähnliche Symptome wie bei einem Herzinfarkt mit begleitender Herzschwäche, wobei diese Form bei den meisten Patienten nach einigen Wochen wieder vollständig ausheilt. Durch eine temporäre Schwäche des Herzmuskels bläht sich ein Teil des Herzens unnatürlich auf (in Form einer akuten linksventrikuläre Dysfunktion), die Folge sind Schmerzen in der Brust, Atemnot und schlimmstenfalls Herzinfarkt und der Tod.

Dieses Broken-Heart-Syndrom lässt sich häufiger bei Frauen als bei Männern beobachten (90% zu 10%), vor allem bei älteren Frauen nach den Wechseljahren, denn weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) haben eine schützende Wirkung auf das Herz, und ihre Konzentration im Blut nimmt nach den Wechseljahren ab.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass bei Betroffenen bestimmte Hirnareale schlechter kommunizieren als bei Gesunden. Vor allem sind jene Geirnregionen betroffen, die für die Verarbeitung von Emotionen und die Kontrolle unbewusster Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Verdauung verantwortlich sind (Amygdala, Hippocampus, Insular, Gyrus cinguli, Kleinhirnareale). Da aber in den Gehirnuntersuchungen die Diagnose des Syndroms erst etwa ein Jahr danach durchgeführt worden war und keine Scans von der Zeit vor oder während des Auftretens der Erkrankung vorhanden sind, bleibt es letztlich unklar, ob die geringeren Verbindungen dieser Hirnareale das Syndrom auslösen oder eine Folge davon sind.

Kurioses: Der auch gebräuchliche Begriff Takotsubo syndrome stammt aus der Beobachtung, dass die linke Herzkammer bei dieser Erkrankung einem japanischen Tonkrug („Tako Tsubo“) für den Fang von Tintenfischen ähnlich wird. Dieses Syndrom wurde auch erstmals von japanischen Medizinern beschrieben.

Es gibt übrigens auch das Broken Escalator-Phänomen 😉

Literatur

Ghadri, Jelena-Rima, Levinson, Rena A., Jurisic, Stjepan, Hiestand, Thierry, Templin, Christian, Klein, Carina, Hänggi, Jürgen, Topka, Marlene S., Jäncke, Lutz & Lüscher, Thomas (2019). Altered limbic and autonomic processing supports brain-heart axis in Takotsubo syndrome. European Heart Journal, doi:10.1093/eurheartj/ehz068.

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