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Fraisen


Die Bezeichnung Fraisen, der früher oft als Überbegriff für alle Kinderkrankheiten mit Krämpfen verwendet wurde, bezeichnet heute meist eine Form der (früh)kindlichen Epilepsie. Manchmal beschrieb damit aber auch einen Affektkrampf, der vor allem bei Kindern zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr bei emotionalen Belastungen auftritt.

Es gibt einige Epilepsieformen, die erstmals auschließlich im Kindes- und Jugendalter auftreten, wobei diese nicht eindeutig einer fokalen oder generalisierten Form der Epilepsie zugeordnet werden können. Neugeborene und frühgeborene Kinder sind aufgrund der Unreife des Gehirns besonders gefährdet, einen Krampfanfall zu erleiden, die zumeist auf Sauerstoffmangel, Fehlbildungen, Hirnblutungen, Infektionen oder Stoffwechselstörungen zurückzuführen sind. In seltenen Fällen sind aber solche als Fraisen bezeichnete Anfälle das Zeichen eines frühkindlichen Epilepsie-Syndroms.

In einem Hebammenlexikon wurden Fraisen so beschrieben: “Ein in Fraisen liegender Säugling zeigt in erster Linie eine große Ähnlichkeit mit einem epileptischen Anfall der Erwachsenen. Der einzelne Anfall beginnt mit Verdrehen der Augen nach oben oder nach der Seite mit unheimlicher Starrheit des Blickes, der ein Schwinden des Bewusstseins vermuten läßt. Es bestehen Zuckungen der Gesichtsmuskeln, häufig nur einseitig mit Verziehung des Mundwinkels, wobei die Kiefer durch Krampf geschlossen und bei älteren Säuglingen unter Zähneknirschen aneinander verschoben werden. Im Vordergrund steht die Starrheit der Muskulatur, der Arme und Beine, die von kurzen, wie durch elektrische Ströme erregten Zuckungen mehr oder weniger häufig unterbrochen wird.)”

Heute vermutet man als häufigste Ursache für die früher als Fraisen bezeichnete Erkrankung knapp hintereinander liegende Schwangerschaften, die einen Kalk- und Vitamin D Mangel bei den Schwangeren auslösten, der dann bei den Kindern meist im Alter von drei Wochen zu Krampfanfällen und zum frühen Tod des Säuglings führte. Damals vermutete man auch, dass die Krankheit durch Angst und Schrecken der Mutter in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit verursacht worden ist.

Literatur

Stangl, W. (2018). Stichwort: ‘Affektkrampf’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: https://lexikon.stangl.eu/18775/affektkrampf/ (2018-01-02)
https://www.schularzt.at/fileadmin/user_upload/Epilepsie_eine_p%C3%A4dagogische_Herausforderung_f%C3%BCr_die_Schule.pdf (2018-01-02)
https://www.neuraxwiki.de/artikel/details/378_Epilepsien_im_Kindes-_und_Jugendalter.html (2018-01-02)


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