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Selbstoptimierung

Die Selbstoptimierung – self-optimization – ist ursprünglich ein Prozess, der im Bereich des Nervensystems dessen Fähigkeit bezeichnet, durch Rückkopplung eine bestmögliche Funktion zu erzielen. Selbstoptimierung ist dabei eine grundlegende Eigenschaft des Nervensystems, die auf allen Ebenen nachzuweisen ist und als eine spezielle Form des Lernens aufgefasst werden kann, indem das Ergebnis eines ersten Versuchs einer bestimmten Handlung die Vorgehensweise im nächsten Versuch positiv beeinflussen kann.

Dieser Begriff der Selbstoptimierung, der auch in der Technik verwendet wird und dort vor allem in der Netzwerktechnologie (self-optimizing network) anzutreffen ist, wird in jüngster Zeit auch auf den Menschen übertragen. Damit wird der Versuch eines Individuums gekennzeichnet, das Maximum aus seinen Fähigkeiten herauszuholen um ein Optimum an Leistung zu erbringen. Dabei werden unter Selbstoptimierung auch auf Dauer schädigende und krankmachende Ansätze etwa durch Drogen verstanden, wobei diese auch durch Druck von Außen veranlasst sein können. Viele Menschen betreiben einen hohen Aufwand, um sich selbst möglichst gut darzu­stellen, etwa mithilfe von Training, Diät, teurer Kleidung, Kosmetik. Einem solchen Druck zur Selbstoptimierung setzten sich aus Sicht der Psychologie vor allem jene Menschen aus, denen es an Selbstwertgefühl mangelt. Das Problem dabei ist, dass das Gefühl des Selbstwerts sehr stark und exklusiv an die Bestätigung in einem Bereich geknüpft ist und mit der Zeit von diesen Feedbacks abhängt wird.

Siehe auch das Phänomen des Narzissmus.


Die Autorin Maria Sanchez plädiert in ihrem Buch „Die revolutionäre Kraft des Fühlens“ allerdings dafür, kritischer die in der Psychologie oft propagierten Methoden der Selbstoptimierung und Potenzialentfaltung zu prüfen, denn ihrer Meinung nach sind diese als langfristig unwirksam und oft sogar schädlich. Durch diese Art des Umgangs mit sich selbst befeuert man oft unabsichtlich die Ursachen für zahlreiche psychische Probleme, denn alles, was Menschen tun, um innerlich anders oder besser zu werden, bekräftigt unbewusst, dass man eigentlich nicht in Ordnung ist. Durch diese innere Haltung bleibt man jedoch im Kampf mit sich selbst verhaftet und der Leidenskreislauf kann auf diese Weise nicht beendet werden. Zwar kann sich kurzfristig und oberflächlich manches ändern, aber im Grunde bewegt man sich nicht.


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