retroaktive Sozialisation

Die zweite wichtige Sozialisation im Zusammenhang mit Jugendlichen, ist die Sozialisation der Eltern durch ihre Kinder. Es wurde empirisch bewiesen, dass Eltern von ihren Kindern „manipuliert“ werden und auf die Handlungen regieren, auch wenn das Handeln des Kindes selbst unterbewusst passiert. Angeführt wurde hier in der „Child effect Forschung“ (Montada 2002, S. 40) das Weinen des Babys. Ob es den Eltern passt oder nicht, Kinder „zwingen“ ihre Eltern über ihre eigenen Werte, Normen und Regeln zu reflektieren um diese gegebenenfalls zu revidieren oder abzuändern. Natürlich sind Einstellungen und dergleichen von Erwachsenen nicht festgefroren, doch oft sind es die eigenen Kinder, die den Anstoß zum Überdenken geben. „Kinder konfrontieren ihre Eltern oft mit „abweichenden“ Ansichten und Wertungen“ (Montada 2002, S. 41). Dieser Satz drückt sehr deutlich den Vorgang der sogenannten retroaktiven Sozialisation aus.

Literatur
Montada, Leo (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven (S. 3-53). In Rolf Oerter &Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

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