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Antidepressivum

    Bei der Behandlung einer Depression wird häufig eine Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung eingesetzt., wobei eine Kombination von Medikamenten und Verhaltenstherapie nach Untersuchungen besser hilft als Antidepressiva allein. Vor allem bei akuter Selbstmordgefährdung setzt man in der Regel zunächst auf ein Antidepressivum, um die Betroffenen mit Medikamenten aus Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, Gefühlsleere und Handlungsunfähigkeit zu holen, damit sie wieder positiv denken und fühlen können, um den Alltag zu bewältigen und auch einer Psychotherapie bzw. Verhaltenstherapie besser zugänglich sind. Gängige Antidepressiva sind dabei:

    • Trizyklischen Antidepressiva sind Antidepressiva der ersten Generation und wirken stimmungsaufhellend und stark dämpfend, sind daher wegen ihrer Nebenwirkungen nicht mehr die Mittel erster Wahl, trotz guter antidepressiver Wirkung.
    • Die tetrazyklischen Antidepressiva unterscheiden sich in Wirkung und Nebenwirkungen kaum von den Vorgängersubstanzen und werden heute nur mehr selten eingesetzt.
    • Da ein Mangel am Botenstoff Serotonin mit dem Auftreten von Depressionen assoziiert ist, setzt man auf Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Diese wirken vor allem aktivierend, stimmungsaufhellend und angstlösend, haben aber in der Regel keinen beruhigenden oder dämpfenden Effekt. Ihre Wirkung entsteht dadurch, dass sie gezielt den Rücktransport von Serotonin in seine zellulären Speicher blockieren, wodurch der Botenstoff länger im Synapsenspalt bleibt und daher seine Wirksamkeit erhöht ist.
    • Duale Antidepressiva wirken auf mehrere Botenstoffe gleichzeitig, etwa auf Serotonin und Noradrenalin, allerdings stellt sich hier das Problem der genauen Abstimmung auf die Betroffenen.

    Es war bisher unklar, warum manche Antidepressiva erst nach einer sehr langen Einnahmedauer ihre Wirkung entfalten. Die Ursache liegt offenbar darin, dass physikalische Veränderungen im Gehirn, die zu einer größeren Plastizität führen, dafür sorgen, dass selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer erst nach einigen Wochen wirken. Laut Gitte Knudsen vom Copenhagen University Hospital kommt es bei Menschen, die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer einnehmen, zur schrittweisen Zunahme der Synapsen im Neokortex und dem Hippokampus, d. h., Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer erhöhen die synaptische Dichte in den Gehirnarealen, die bei einer Depression eine Rolle spielen. Diese Dichte der Synapsen könnte daher eine Rolle bei der Wirkung von Antidepressiva spielen, da sich die Synapsen über einen Zeitraum von mehreren Wochen erst aufbauen, sodass ihre Wirkung verzögert einsetzt.

    Die Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer birgt allerdings als Risiko, dass sie in manchen Fällen die Suizidneigung und die Aggressivität nach außen verstärken. Manche Antidepressiva stehen daher auch in dem Verdacht, selbstmordgefährdeten Menschen nach einer Phase der Lethargie wieder die Kraft zu verleihen, den Suizid doch durchzuführen.

    Litertur

    https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Depression-Behandlung.shtml
    https://www.pressetext.com/news/antidepressiva-raetsel-langsamer-wirkung-klar.html (23-10-10)


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