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Somnologie


Die Somnologie oder Schlafforschung untersucht das Verhalten von Menschen während ihrer Schlafphasen. Die Schlafforschung ist ein relativ junges Teilgebiet der Medizin und entstand, nachdem in den 1950er Jahren die REM-Phase (Rapid Eye Movement) entdeckt worden war. Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet in ihrer internationalen Klassifizierung 88 verschiedene Schlafstörungen, die Untersuchungsgegenstand der Schlafforschung sind. Die verschiedenen Schlafphasen erkennt man, indem man die Gehirnströme, Muskelaktivität und die Augenbewegung misst und diese rechnergestützt analysiert.

Die Schlafforschung hat grundsätzlich interdisziplinären Charakter, wobei Ärzte der Neurologie, der Psychiatrie, der Pneumologie, der inneren Medizin, der HNO-Heilkunde, der Pädiatrie sowie Physiologen, Psychologen, Biologen, biomedizinische Techniker und weitere Naturwissenschaftler zusammenarbeiten.

Übrigens: Schlaf ist evolutionär wesentlich älter als bisher vermutet

Bekanntlich treten Fische in einen schlafähnlichen Zustand ein, aber man wusste bisher nicht, ob ihr Schlaf dem von Landtieren ähnelt. Leung et al. (2019) haben jüngst entdeckt, dass neuronale Signaturen beim schlafenden Zebrafisch analog zu denen des Menschen sind, was darauf hindeutet, dass sich die Gehirnaktivität schon vor mindestens 450 Millionen Jahren entwickelt hat. Beim Schlaf von Zebrafischen gibt es zwei Zustände, die denen von Säugetieren, Reptilien und Vögeln ähnlich sind, nämlich langsame Schlafwellen (Slow-Wave Sleep) und paradoxen Schlaf (Propagating-Wave Sleep), wobei letzterer dem REM-Schlaf der Säugetiere ähnlich ist. REM-Schlaf und Propagating-Wave Sleep werden interessanterweise durch das Melanin-konzentrierende Hormon reguliert. Dadurch lässt sich vermuten, dass Schlaf nicht bei Knochenfischen und höheren Wirbeltieren unabhängig voneinander entstanden ist, sondern nur einmal in der Evolution bei einem gemeinsamen Vorfahren, der noch im Wasser lebte, vor spätestens 450 Millionen Jahren.

Literatur

Louis C. Leung, Gordon X. Wang, Romain Madelaine, Gemini Skariah, Koichi Kawakami, Karl Deisseroth, Alexander E. Urban & Philippe Mourrain (2019). Neural signatures of sleep in zebrafish. Nature, doi:10.1038/s41586-019-1336-7.


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