Andragogik ist die Wissenschaft von der Bildung Erwachsener – eigentlich „Männer-Führung“,siehe unten. Sie versteht sich als eine zur Pädagogik komplementäre Wissenschaft, darf aber nicht einfach konstrastierend mit dieser gesehen werden. Vielmehr spricht vieles dafür, dass der Mensch im Laufe seiner Lernbiographie zuerst für pädagogische Maßnahmen empfänglich und dann mit zunehmender Autonomie offen für andragogische Maßnahmen ist.
Grundannahmen über das Lernen Erwachsener sind, dass sie

  • einen starken Wunsch nach selbst gesteuertem Lernen haben
  • ihre Erfahrungen in den Lernprozess einbringen möchten
  • ihre Lernbereitschaft selbst unter Beweis stellen wollen
  • lernen wollen, um die Probleme ihres Alltags zu lösen.

Hinweis: Inhaltlich hat die Pädagogik über lange Zeit auf die Schule als Bildungsinstitution und Raum für Lernen und Lehren fokussiert. Mit der zunehmenden Ausweitung des Blicks auf alle Alterstufen und Lernräume des Menschen hat sich – zumindest in der Forschung – die Ausrichtung der Erziehungswissenschaft wesentlich verändert. Mit dem Begriff des lifelong learning bzw. Lernen im Lebenszyklus verbindet sich die Erkenntnis, dass Lernen nicht auf den Bereich der Schule konzentriert ist, sondern ein lebenslanger Prozess ist, der auch außerhalb von Institutionen – auch mit Medien – stattfindet. An vielen Hochschulen werden deswegen verstärkt Studiengänge mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung/Weiterbildung/Neue Medien angeboten, da sich in diesen Bereichen zunehmend und in besonderer Weise neue Aufgaben für Pädagog/innen stellen. Allerdings wird der Begriff „Pädagogik“ (griechisch für Knaben-Führung) für die Zielgruppe „Erwachsene“ häufig in Frage gestellt und teilweise z.B. durch den gleichwohl ebenfalls umstrittenen Begriff Andragogik (Männer-Führung) ersetzt.

Literatur
http://wiki.bildungsserver.de/index.php/Andragogik (11-11-21)
http://paidoblogger.blogspot.co.at/2006/04/neues-verstndnis-der-pdagogik.html (09-03-04)

 



Ein Gedanke zu „Andragogik“

  1. Heinz-Ewald Schiewe

    Guten Morgen, habe mich auch als verrenteter, aber noch tätiger Lehrer in einer Zeitreise gefühlt, denn ich bin ein Exemplar der sog. Eilab= einphasige integrierte Lehrerausbildung aus den 70er/80er Jahren. Hier gab es tolle Ansätze, die in der Theorie auch gut funktionierten, aber als ich anschliessend ins Schulsystem entlassen wurde, musste ich fast alles studierte über den Haufen werfen, denn der Alltag war anders als das, was theoretisch fähige Profs dort ausgegeben und gelehrt hatten, was bedeutete und noch heute bedeutet, dass es mit dem Schul- bzw. Lernsystem irgendwie nicht klappt. So frage ich mich bis heute, woran das liegt, aber leider fand und finde ich bis heute keine Antwort. Ob die Adragogik ein weiterer theoretischer Stein ohne grosse Aussicht auf die Übernahme in die Praxis bleiben wird? Ich bin gespannt, in diesem Sinne
    begleitende GrÜsse
    H.-E.Schiewe

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