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symmetrische Kommunikation

Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte.
Hans-Georg Gadamer

Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht. Entscheidend für einen konstruktiven Kommunikationsablauf ist dabei, dass die jeweiligen Verhaltensweisen sich gegenseitig bedingen und ergänzen.

Bei einer symmetrischen oder spiegelbildlichen Interaktion bzw. Kommunikation befinden sich die Kommunizierenden auf der selben Ebenen, d. h., sie versuchen das Niveau von Unterschieden zueinander zu senken oder es ganz zu einer Gleichheit der Partner zu bringen.  In einer symmetrischen Beziehung sind die Kommunizierenden also ebenbürtig oder versuchen zumindest, einen Rangunterschied zu verringern. Dies kann sich etwa darin ausdrücken, dass alle etwa gleichviel, gleichlaut oder betont sprechen. Es geht in der symmetrischen Kommunikation um die Förderung der Interaktion.


Übrigens: Schon in der Kindheit wird den Menschen beigebracht, sich nach einem Fehlverhalten zu entschuldigen, da dies die zwischenmenschlichen Beziehungen stärkt und oft zu einem Gefühl der Erleichterung führt. Eine Studie hat aber den positiven Effekt der Verweigerung einer Entschuldigung untersucht und gezeigt, dass Menschen glauben, sie hätten mehr Kontrolle über ihr Leben, wenn sie dies tun, und auch ihr Selbstwertgefühl würde nicht leiden. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch die eigene Fehlerkultur, also der Umgang mit Fehlern, wobei vor allem Menschen in hohen beruflichen Positionen und mit hoher Leistungsmotivation sich nachweislich seltener entschuldigen. Letztlich ist aber das menschliche Gehirn ausschlaggebend, denn wenn Menschen Recht haben, schüttet ihr Gehirn belohnende Neurotransmitter wie Dopamin aus, was manche Menschen regelrecht süchtig danach macht, in einem Streit Recht zu behalten (Stangl, 2012).

Literatur

Stangl, W. (2012). Das gute Gefühl Recht zu haben. Was Stangl so notiert.
WWW: https://notiert.stangl-taller.at/zeitgeistig/das-gute-gefuehl-recht-zu-haben/ (12-02-03).
Watzlawick, P. (1985). Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Bern/Stuttgart/Toronto: Verlag Hans Huber.



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