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Gerontopsychologie

Gerontopsychologie befasst sich mit den Grundlagen der psychologischen Betreuung und Behandlung älterer Menschen mit deren spezifischen physischen, psychischen und sozialen Bedingungen. Ziel ist dabei, ein grundlegendes Verständnis für deren besondere körperliche, emotionale und soziale Probleme, ihre gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen, ihre altersspezifischen Bedürfnisse und Wünsche, aber auch ihre Kapazitäten und Ressourcen zu gewinnen. Das Altern basiert auf dem Zusammenspiel von biologischen, psychischen, sozialen und ökologischen/kontextuellen Faktoren. Zwar stellt zunächst die Erhaltung der psychischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alter einen Selbstzweck dar, aber im Hinblick auf den sich verschärfenden Arbeitskräftemangel und die Sicherung der Sozialsysteme wird es künftig notwendig werden, dass mehr ältere Personen länger im Berufsleben verweilen werden.

Zentrale Forschungs- und Praxisfelder der Gerontopsychologie sind die Erforschung von Altersvorgängen (z.B. Wissenschaftliche Studien zum Alterungsprozess), die psychologische Diagnostik (z.B. Diagnostik der kognitiven Leistungsfähigkeit und von Persönlichkeitsmerkmalen, Demenzdiagnostik, Ressourcen- und Störungsdiagnostik, etc.), die klinisch-psychologische Behandlung (z.B. bei Demenzerkrankungen, depressiven Störungen, Angststörungen, etc.), gesundheitspsychologische Interventionen (z.B. Kognitives Training, Durchführung von gesundheitsfördernden Programmen, etc.), die Beratung und Betreuung von Angehörigen (z.B. Pflegende Angehörige, Angehörige nach dem Einzug eines Elternteils in ein Seniorenheim, etc.), die Beratung, Betreuung, Fortbildung und Supervision von Menschen, die im Bereich der Betreuung älterer Menschen arbeiten. Die klinische Gerontopsychologie erforscht zum einen emotionale und kognitive Veränderungen im Alter und bei altersassoziierten Erkrankungen, zum anderen die Wirksamkeit psychologischer Behandlungsmaßnahmen und vereint dabei Aspekte der klinischen Psychologie, Neuropsychologie und Gerontologie.

Forschungsbeispiel

Bellingtier & Neupert (2019) haben in einer Tagebuchstudie 116 ältere und 107 jüngere Erwachsene die Aussage untersucht, dass man nur so alt sei wie man sich fühlt. Doch es ist komplexer. Ältere Erwachsene fühlen sich an Tagen mit einem größeren Gefühl der Kontrolle als sonst deutlich jünger, doch dieser Effekt fehlt bei jüngeren Erwachsenen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine höhere tägliche Kontrolle mit einem geringeren subjektiven Alter bei älteren Erwachsenen verbunden ist, während andere Faktoren eine zentralere Rolle bei den täglichen Schwankungen des subjektiven Alters jüngerer Erwachsener spielen. Ältere Menschen fühlen sich daher nur dann jünger, wenn sie der Überzeugung sind, dass sie Kontrolle über ihren Alltag haben, und zwar unabhängig von Stress oder Gesundheitproblemen. Menschen unter Dreißig hingegen kommen sich älter vor als sie sind, wenn sie unter Druck stehen oder gesundheitliche Probleme haben, wobei aber Kontrolle oder Autonomie das gefühlte Alter bei ihnen nicht beeinflussen. Damit sich älteren Menschen jung fühlen, sollte man diesen möglichst viel Autonomie ermöglichen.

Literatur

Bellingtier, Jennifer A. & Neupert, Shevaun D. (2019). Feeling Young and in Control: Daily Control Beliefs Are Associated With Younger Subjective Ages. The Journals of Gerontology, doi:10.1093/geronb/gbz015.

 



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