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Schulreife


Bei der Bestimmung der Schulreife bzw.  Schuleingangsuntersuchung geht es zunächst um die körperlich-medizinische Verfassung, also um Hör- und Sehfähigkeit, um chronische Krankheiten und vor allem um schulische Vorläuferfähigkeiten und einen eventuellen Förderbedarf. Die Entscheidung, ob und wann ihr Kind in die Schule kommt, liegt immer zuerst bei den Eltern. Hat das Kind Lust auf Schule? Ist das Kind emotional stabil genug? Kann das Kind im Unterricht still sitzen?

Vor allem Gruppenfähigkeit und soziale Reife spielen bei der Einschulung eine zentrale Rolle: Kann das Kind aushalten, einmal nicht gelobt zu werden oder im Mittelpunkt zu stehen? Kann es Konflikte oder Misserfolge aushalten? Kann das Kind sich im Unterricht konzentrieren und selbstständig arbeiten?

Wichtig sind auch Fein- und Grobmotorik, denn manche Kinder haben Probleme, etwas mit der Schere auszuschneiden oder zu malen. Andere haben Probleme beim Gehen auf einer Linie oder einen zugeworfenen Ball zu fangen. Solche motorischen Fähigkeiten sind eine wichtige Grundlage für vieles andere, u. a. auch für die Sprachentwicklung.

Es ist wenig hilfreich, wenn Eltern versuchen, mit ihren Kind vorauszulernen, denn Rechnen oder Schreiben sind Angelegenheit der Schule. Kinder, die alles schon wissen oder zumindest schon viel wissen, können sich dann in der Schule schnell langweilen. Wenn ein Kind schon vor der Einschulung gut entwickelt und etwa durch Geschwister gefördert ist, sollten sie eher Sport machen oder ein Instrument lernen.


1.Definition
„Während in der BRD bis in die Mitte der 60er Jahre die These von der Reifungs- und Altersabhängigkeit der sog. S. dominierend war, ist man sich heute weitgehend einig, dass die theoretischen Annahmen, auf denen das Schulreifekonzept beruht, ungültig sind und einer gründliche Revision bedürfen“ (Arnold, Eysenck & Meili 1980, S. 2009)

2.Definition
„Die S ist ein Konzept zur Beurteilung der Eignung eines Kindes für den Schulbesuch“
(Dieterich & Rietz 1996, S. 378)

3.Definition
„Es wurde ab etwa 1950 operational definiert durch eine Reihe von Handlungen und Fähigkeiten, die ein später erfolgreiches Kind bei Schuleintritt zu erbringen haben. Das waren besonders: Bereitschaft zur sozialen Ein- oder Unterordnung, Fähigkeit, mehrteilige Anweisungen auszuführen, Farb- und Formdiskriminierung in der visuellen Wahrnehmung, spontane Mengenauffassung (Mengenbilder bis etwa 8; Relationen wie mehr und weniger etc.) sowie feinmotorische Fertigkeiten“ (Grubitzsch & Weber 1998, S. 537)

4.Definition
„Schulreife wird als Grad körperlicher, intellektueller und sozialer Entwicklung definiert, der notwendig ist, um die von dem jeweiligen Schulsystem bzw. Lehrer gestellten Anforderungen zu bewältigen“ (Michel & Novak 1995, S. 346)

5.Definition
„Das Vorhandensein der für den Schulbesuch notwendigen körperlichen, intellektuellen, emotionalen u. sozialen Reife; Sy Schulfähigkeit“ (Wahring, Krämer & Zimmermann 1983, S. 655).

Weitere Definitionen unter Schulreife

Literatur

Arnold, Wilhelm, Eysenck, Hans Jürgen & Meili, Richard (1980). Lexikon der Psychologie. Freiburg: Herder
Dieterich, Rainer & Rietz, Ira (1996).
Wörterbuch Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. In J. Petersen & G.-B. Reinert (Hrsg.), Schulreife (S. 378). Donauwörth: Auer
Grubitzsch, Siegfried & Weber, Klaus (1998). Handbuch Psychologische Grundbegriffe. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Michel, Christian & Novak, Felix (1995). Kleines Psychologisches Wörterbuch. Freiburg im Breisgau: Herder.
Wahring, Gerhard, Krämer, Hildegard & Zimmermann, Harald (1983). Deutsches Wörterbuch Brockhaus Wahring. Stuttgart: F.A. Brockhaus Wiesbaden Deutsche Verlags-Anstalt.
https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/fit-genug-fuers-abc-das-letzte-jahr-vor-der-einschulung/


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