Gehirnjogging
Gehirnjogging-Programme, die Gedächtnis und Gehirnleistung trainieren sollen, erleben derzeit einen Boom. In Amerika gibt es Fitness-Studios fürs Gehirn, in denen Menschen reihenweise vor Computern sitzen und durch das Spielen verschiedener Programme ihre Intelligenz steigern wollen.
In einer britischen Online-Studie mussten knapp 11.500 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 60 Jahren sechs Wochen lang Übungen am Computer auf der Wissenschaftsseite der BBC machen. Dabei trainierten sie unter anderem logisches Denken, ihr Gedächtnis, räumliches Sehvermögen und ihre Konzentrationsfähigkeit. Die Gehirnfunktion wurde vor und nach dem Training bewertet, wobei sich zeigte, dass sich die Erfolge bei dem Gehirntraining nicht auf andere mentale Bereiche übertragen ließen.
Die Testpersonen konnten zwar ihre Leistung bei den speziellen Spielen verbessern, was aber vor allem an der Übung lag – in Aufgaben, die sie nicht trainierten hatten, wurden sie nicht besser. Das galt auch für Spiele, die dem ursprünglichen ähnlich waren. Bestimmte Gedächtnisfunktionen lassen sich also sehr gut trainieren. Statt durch Gehirnjogging kann der Kopf auch anderes trainiert werden: durch Fremdsprachen, musizieren oder soziale Kontakte, was für die Lebensqualität wesentlich mehr bringt.
Das Argument, dass sich auch beim Bearbeiten von Denksportaufgaben im Gehirn Synapsen verbinden ist zwar richtig, doch dieser Effekt tritt bei jeder anderen Aktivität ebenfalls auf. Wichtig ist aber vor allem der Inhalt einer Denkaktivität, denn sinnstiftendes Wissen entsteht nicht durch die bloße Wiederholung gleicher Schemata, sondern durch die aktive und selbstmotivierte geistige Auseinandersetzung mit immer neuen Ereignissen und Begriffen.
Siehe dazu im Detail Gehirn-Jogging

