kognitive Dissonanz

bezeichnet in der Sozialpsychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass mehrere Kognitionen – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – nicht miteinander vereinbar sind. Diese ursprüngliche Definition wurde inzwischen dahingehend verfeinert, dass kognitive Dissonanz durch die Unvereinbarkeit von Kognitionen und der Wahrnehmung eigener Handlungen entsteht.
Beispiel: So kann ein Student, der sich für sehr intelligent hält, aber dauernd schlechte Noten bekommt, diese Dissonanz beseitigen, indem er sich sagt, Noten seien ohnehin unwichtig und hätten wenig mit Intelligenz zu tun (Senkung der Wichtigkeit), beschließen, daß äußere Umstände verantwortlich sind, z.B. ungerechte Notenvergabe oder zu große Belastung durch den Nebenjob (konsonante Elemente zufügen) oder er kann bessere Noten bekommen oder seine Meinung über seine Intelligenz revidieren (dissonantes Element beseitigen). Bis auf das Bessere-Noten-Bekommen sind dies alles Beispiele für Haltungsänderungen aufgrund von Handlungen.
Kognitive Dissonanz motiviert Personen, die entsprechenden Kognitionen miteinander vereinbar zu machen, wobei unterschiedliche Strategien benutzt werden, wie beispielsweise Verhaltensveränderungen oder Einstellungsveränderungen (Rechtfertigungen). Der Begriff wurde von Leon Festinger geprägt, der sowohl die Entstehung als auch Auflösung von kognitiver Dissonanz theoretisch formulierte. Seinem Schüler Elliot Aronson ist die Weiterentwicklung und empirische Untermauerung zu verdanken. Jerome Bruner ergänzte, dass diese Ungleichgewichte wahrgenommen werden müssen, und dass diese vor allem zwischen den Erwartungen an die Umwelt und der tatsächlichen Wahrnehmung der Umwelt auftreten. Diese kognitiven Dissonanzen laufen in der Regel eher nicht bewusst ab, sondern häufig auch unbewusst.

In neueren Untersuchungen wurde entdeckt, dass das Waschen der Hände Menschen hilft, ihre kognitive Dissonanz zu verringern und sogar zu vergessen. US-Forscher haben bestätigt, dass auch Entscheidungen nach dem Waschen der Hände abgeschlossen sind, während wir sie ohne Händewaschen noch hinterfragen und uns schönreden müssen.

Literatur
http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz
http://paedpsych.jku.at/internet/ARBEITSBLAETTERORD/PSYCHOLOGIEORD/Sozialpsychologie.html


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