Engramm
1. Definition
Von grch. En „hinein“ und gramma „Inschrift“, ist eine allgemeine Bezeichnung für deine physiologische Spur, die eine Reizeinwirkung als dauernde strukturelle Änderung im Gehirn hinterlässt. Die Gesamtheit aller Engramme ergibt das Gedächtnis. Es sind Milliarden von Engrammen, welche das Gedächtnis bilden (vgl. Köck & Ott 1994, S. 598).
2. Definition
„[gr. Gedächtnisspur, Neurogramm], die von einem Spezifischen Gedächtnisinhalt (Information) hervorgerufene, dauernde, strukturelle bzw. elektrochemische, physiologische Änderung im Gehirn. Engramm gilt heute als allgemeiner Begriff für die Kodierung und Speicherung der im Laufe des Lebens erworbenen Erfahrungen in den Neuronen des Gehirns. Die Summe der gespeicherten Engramme einer Person gilt als das biologische Substrat des menschlichen Gedächtnisses und ist die Basis der spezifischen menschlichen Einzigartigkeit. Ein Engramm bezeichnet zugleich auch alle einem spezifischen Gedächtnisinhalt (die Erinnerung an eine Situation) zugrundeliegenden elektrochemischen Vorgänge (Kurzzeitgedächtnis) oder biochemischen Veränderungen im ZNS“ (Häcker & Stapf 1998, S. 223).
3. Definition
Engramm (Gedächtnisspur): Bezeichnung für einen unbewussten, durch Reize in einen Organismus eingeschriebenen Gedächtnisinhalt. Die Gesamtheit der Engramme bezeichnet man als Mneme (vgl. Hillig 1996, S. 93).
4. Definition
„Zusätzlich zur Kodierung genetischer Information in der dann eines jeden Zellkernes hat die Natur eine zweite Art der Kodierung von Informationen entwickelt. Im Laufe eines Lebens erworbene Erfahrung ist in den Neuronen des Gehirns enkodiert. Der allgemeine Begriff für diese Kodierung erworbener Information im Gehirn lautet Engramm oder Gedächtnisspur. Die Summe der gespeicherten Engramme einer Person ist das biologische Substrat des menschlichen Gedächtnisses und die Basis der spezifischen menschlichen Einzigartigkeit“ (Hoppe-Graf & Keller 1992, S. 298).
5. Definition
„Die Vertreter der sog. Spurenzerfallstheorie sind der Ansicht, dass das Erlernte im Gedächtnis eine „Spur“ oder einen „Eindruck“ – Engramm – hinterlässt. Wenn wir das Gelernte nicht benutzen, dann zerfällt diese Spur im Verlauf der Zeit. Wie sicher der Kondensstreifen eines Flugzeuges am Himmel nach einiger Zeit auflöst, zerfällt auch das Wissen, das wir uns erworben haben, oder es bleicht aus, wie ein aufgemalter Reklamespruch an einer Hausfassade. Analog kann man einen derartigen Zerfall unseres Wissens durch eine wiederholte Auffrischung verhindert und damit die Gedächtnisspur erhalten“ (Angermeier, Brengelmann & Thiekötter 1983, S. 261).
Verwendete Literatur
Angermeier, W.F., Brengelmann, J. C. & Thiekötter Th. J. (1983). Psychologie, 4. Auflage, Berlin: Springer-Verlag.
Häcker, H. & Stampf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber.
Hillig, A. (1996). Die Psychologie. Ein Sachlexikon für die Schule. Mannheim; Leipzig; Wien; Zürich: Dudenverlag.
Hoppe-Graff, S. & Keller, B (1992). Psychologie, 5. Auflage, Berlin: Springer-Verlag.
Köck, P. & Ott, H. (1994). Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. Donauwörth: Verlag Ludwig Auer.
