Tagtraum

Tagträume sind bildhafte, mit Träumen vergleichbare Phantasievorstellungen und Imaginationen, die von Menschen im wachen Bewusstseinszustand erlebt werden. Solche Szenen können im Gegensatz zum gewöhnlichen Traumgeschehen entweder willentlich gesteuert und bewusst herbeigeführt werden oder sich durch Unaufmerksamkeit und Nachlassen der Konzentration von selbst einstellen. In einem solchen Fall entfernt sich die Aufmerksamkeit von den äußeren Reizen der Umwelt, von Einflüssen und Aufgaben und wendet sich der inneren Welt zu. Zum Beispiel schweift beim Lesen der Blick von der Buchseite ab und man schaut zum Fenster hinaus, die Gedanken sind bei einer abendlichen Verabredung oder bei einer bevorstehenden Prüfung. Besonders Kinder neigen dazu, sich in  imaginäre Welten zu begeben, um manchmal vor Problemen zu fliehen.

Für Sigmund Freud waren Tagträume Vorstufen hysterischer Symptome und warnte vor Neurosen, die durch zu viel Träumerei entstehen können. Psychologisch betrachtet handelt es sich bei Tagträumen oft um eine Flucht des Gehirns vor der Realität, d.h., wenn die äußere Welt bei einer meist monotonen Tätigkeit dem Gehirn nicht allzu viel abverlangt, werden Kapazitäten frei. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einem leistungsfähigen Arbeitsgedächtnis oft Kapazitäten für andere Dinge frei haben. Offensichtlich sind Tagträumen und Aufmerksamkeit nicht notwendigerweise zwei strikt voneinander getrennte Zustände des Gehirns, sondern können durchaus parallel auftreten. Tagträume kreisen inhaltlich häufig um praktische Angelegenheiten, die zukünftig zu erledigen sind, und zwischenmenschliche Fragestellungen. Zwar sind Tagträume weniger intensiv als Träume der Nacht, aber Menschen unterscheiden sich in Ausmaß und der Intensität des Tagträumens.

Kurioses: Tagträum-Wettbewerb in Südkorea

Relax your brain! Entspann Dein Gehirn und denk einfach einmal an nichts! So lautete das Motto eines Wettbewerbs in Südkorea,, bei dem mehr als 1500 Teilnehmer sich online beworben hatten,  von denen etwa 60 schließlich in Seoul noch antreten. Sie verbringen in einem Park anderthalb Stunden damit, nicht zu sprechen, zu schlafen, zu essen oder irgendein elektronisches Gerät zu benutzen oder zu viel herumlaufen. Wer dabei die stabilste Herzfrequenz aufweist, gewinnt. Das war in diesem Jahr der Rapper Shin Hyo Seob alias Crush, der das für einen wirklich guten Wettbewerb hält. „Ich möchte das Leuten empfehlen, die Migräne haben und immerzu grübeln. Ich verbringe normalerweise viel Zeit mit Tagträumen.“ Künstler hatten den Wettkampf 2014 als Satire auf das von Facebook, Handy, soziale Medien und Stress geprägte Leben initiiert.

Siehe dazu Wachtraum und Stand-by für das Gehirn: Tagträume

Quellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Tagtraum (12-01-21)
http://video.tagesspiegel.de/tagtraum-wettbewerb-in-sudkora.html (16-05-22)




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017