Obsession

Obsessionen oder Zwangsgedanken sind Gedanken und Gefühle, die sich gegen den Willen des Betroffenen wiederholt und unkontrollierbar aufdrängen. Sie sind inhaltlich sehr unterschiedlich, widersprechen oft völlig dem vorherrschenden Wertesystem und werden als verwerflich oder belastend sowie beängstigend empfunden.

Obsessive Ideen sind Ideen oder Gedanken, die ständig in das Bewusstsein eines Menschen eindringen, obwohl sie oder er deren Irrationalität erkennt. Diese Gedanken unterscheiden sich von gewöhnlichen Gedanken dadurch, dass sie spontan, ablenkend und sich wiederholend sind, sich für den Betroffenen anfühlen, als kämen sie von anderswo her. Sie betreffen dabei oft absurde, bizarre oder obszöne Themen. In der Praxis werden solche Phänomene heute meist als zwanghaftes Verhalten beschrieben und können sich in Form von zwanghaften Handlungen wie fortwährendes Händewaschen manifestieren. Freud sah in Obsessionen meist Selbstvorwürfe vor allem für schuldhafte sexuelle Wünsche, die in modifizierter Form wiederhergestellt werden wollen.

Obesessionen manifestieren sich in Form zwanghafter Ideen, bildhafter Vorstellungen oder Zwangsimpulse und drängen sich den Betroffenen vor allem dann auf, wenn dieser versucht, gegen diese anzukämpfen. Üblicherweise können sie von Betroffenen nur mit Mühe oder gar nicht unterbunden werden. Typische Beispiele sind tief religiöse Personen mit Zwangsgedanken der Gotteslästerung oder Mütter, die von bildhaften Vorstellungen und Ideen gequält werden, ihr eigenes Kind zu töten.

Obsession bezeichnet ursprünglich ein Phänomen, das in der katholischen Ideologie für dämonische Besessenheit verwendet wurde und man dabei zwei Arten von Besessenheit unterschied: die somnabulistische und die luzide. Der luzide Zustand bleibt den Betroffenen dabei bewusst und man spricht auch von einem Geist im Inneren. Das Konzept wurde von der Psychiatrie übernommen, doch hier bedeutet es allgemeiner, dass der betroffene Mensch Gedanken und Ideen hat, die nicht von ihm selbst zu kommen scheinen, sondern wie als Besitz durch sich selbst erfahren werden. Wenn sich solche obsessiven Gedanken zu Ritualen entwickeln, dann werden sie zu Zwängen.

Literatur

http://www.biologische-psychologie.de/entries/596 (11-12-11)



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