Konditionierung
Es wird zwischen zwei Arten von Konditionierung unterschieden. Die klassische Konditionierung, die sich mit dem Reiz-Reaktion-Verhalten und der operanten Konditionierung, die sich mit dem Verhalten-Belohnung-Verhaltens auseinander setzt.
In der klassischen Konditionierung wird eine Reaktion angelernt, in dem sie durch eine ihr auslösendem Reiz mit einem irrationalen Reiz gekoppelt wird.
In der operanten Konditionierung wird ein Verhalten durch das herbeiführen einer Belohnung angelernt. Das Individuum kann selber entscheiden, wie oft sie durch ein bestimmtes Verhalten belohnt oder bestraft wird.
1. Definition
Fachsprachlich ist bei der Konditionierung davon die Rede, einen Werkstoffe oder ähnliches vor der Bearbeitung an eine Bedingung anzupassen (zB Papier vor dem Drucken an Feuchtigkeit und Temperatur des Raumes).
Im psychologischen verwendet, bedeutet Konditionierung, dass durch einen Reiz eine Reaktion eintritt, die durch einen ursprünglich anderen Reiz ausgelöst wurde. Dies entstand durch die Annahme, dass jeder Mensch von Geburt an gleich ist und somit alles konditionierbar wäre (vgl. Drodowski, u.a.,1995, S. 1933. Zit.n.: Hacker, Aggression 155).
2. Definition
In „Die Deutsche Bibliothek“ ist davon die Rede, dass eine reflektorische Reaktanz mit einem neuen Reiz gekoppelt wird, um diesen stellvertretend für den ursprünglichen Reiz zum Auslöser der Reaktion werden zu lassen (vgl. Tewes, 1992, S. 187).
3. Definition
Im Lexikon der Psychologie wird erklärt, dass diese Bezeichnung in der experimentellen Psychologie für den Erwerb von Verhaltensweisen durch Lernen verwendet wird. Es wird in verschiedene Methoden zur Kontrolle und Beeinflussung von Verhalten unterschieden:
• Klassische Konditionierung: Ein neutraler Reiz wird mit einem reflexauslösenden Reiz vereinigt, damit der neutrale Reiz später die Reaktion („bedingter Reflex“) alleine auslöst.
• Operante Konditionierung, auch instrumentelle Konditionierung: Bei dieser Konditionierung wird nicht der vorausgehende Reiz, sondern eine negative oder positiver Verhaltenskonsequenz durch das Auftreten eines bestimmten Verhaltens beeinflusst. Voraussetzung hierfür ist, eine häufig dem Prinzip von Versuch und Irrtum folgende Handlung des Einzelnen, die direkt verstärkt wird (vgl. Gudemann, 1995, S. 233).
4. Definition
Im Allgemeinen definiert das kleine berufspädagogische Lexikon das Wort Konditionierung als eine Verknüpfung eines bestimmten Reizes mit einer bestimmten Reaktion. Gerade in der Lerntheorie spielt die Konditionierung eine wichtige Rolle:
• Klassische Konditionierung (Eingeführt durch Pawlow): Ein neutraler Reiz wird statt den ursprünglichen, unbedingten Reiz, der eine bestimmte Reaktion auslöst, ersetzt, sodass dieser auch der neutrale Reiz die Reaktion auslöst. ZB Lid-Schluss-Reflex: Ein Luftstoß veranlasst das Lid des Auges sich zu schließen, durch die Kopplung des Luftstoßes mit einem Lichtsignal wird die Reaktion übernommen und nach einigen Versuchen reicht das Lichtsignal selber um das Schließen des Lides auszulösen.
• Operante oder Instrumentelle Konditionierung: Diese Form wurde insbesondere durch Skinner begründet. Hier soll anhand einer „Belohnung“ der einen verstärkten Reiz darstellt eine bestimmte Reaktion (Handlung) zu einer bestimmten Situation auslösen, dH über eine Belohnung wird eine durch Versuch und Irrtum gewünschte Reaktion bis zur sicheren Beherrschung erlernt. ZB bestimmt ein Tier durch die eigene Handlung bei der operanten Konditionierung wie oft es belohnt wird und bei der der instrumentellen Konditionierung bestimmt der Experimentator das Erhalten der Belohnung durch das Einführen oder Forlassen einer Sperre (vgl. Grüner, Kohl, Georg, 1995, S. 108)
5. Definition
Im Lexikon der kybernetischen Pädagogik wird unter instrumentale und klasse Konditionierung unterschieden. Die instrumentale oder operante Konditionierung (Konditionierung, instrumentelle) begründet sich weitergehend durch die Theorie von Skinner und meint die Verstärkung von Verhaltensäußerungen, durch ersetzen von unbedingten durch bedingten Reizen. Es wird zwischen dem durch einen Reiz ausgelösten und einem spontanen, nicht durch Reize verursachtem Verhalten unterschieden.
Die klassische Konditionierung (Konditionierung, operante), auch die Pawlowsche Konditionierung genannt, definiert den Aufbau eines bedingten Reflexes durch das gleichzeitige oder zeitlich gering versetzten darbringen von einem Reflex auslösenden Reizes und einem irrelevanten Reizes. Ein bedingter Reflex erklärt eine Reaktion, der in der Individualgeschichte eines Lebewesens erlernt oder verlernt werden kann. Bei der klassischen Konditionierung werden Verhalten durch von Verhaltensäußerungen vorangegangene Reize gesteuert. Der Bereich des steuerbaren Verhaltens ist auf durch Reize auslösbare Verhaltensäußerungen beschränkt (zB im Hundeexperiment von Pawlow, dass die Speichelsekretion durch eine Glocke auslöst, dass durch den Reiz „Futter“ ursprünglich programmiert wurde)( vgl. Englert, 1966, S. 83).
Verwendete Literatur
Drosdowski, G. (1995). Brockhaus Enzyklopädie. Mannheim: Brockhaus.
Englert, L. (1966). Lexikon der kybernetischen Pädagogik und der programmierten Instruktion. Quickborn: Schelle.
Grüner, G., Kahl, O., Georg, W. 1995. Kleines berufspädagogisches Lexikon. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.
Gudemann, W., u.a. (1995). Lexikon der Psychologie. Güterslohn: Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH.
Tewes, U. (1992). Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme. München: R. Oldenbourg Verlag GmbH.
