Monismus

Der Monismus ist in der psychologischen Tradition die Annahme, dass Seele und Körper zwei unterschiedliche Aspekte desselben sind. Der von Christian v. Wolff begründete Monismus hält Psychisches und Physisches für eine Einheit, die materiell auf neuronalen Funktionen beruht (siehe dazu Leib-Seele-Problem, Neuropsychologie).

Ganz allgemein bezeichnet der Begriff Monismus eine philosophische Position, wonach sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip zurückführen lassen. Der Monismus bezieht damit die Gegenposition zum Dualismus und Pluralismus, die zwei oder viele Grundprinzipien annehmen. In der Religion stehen monistische Lehren oft dem Pantheismus oder dem Panentheismus nahe, der eine Gegenwart (Immanenz) des Göttlichen in allen Erscheinungen der Welt sieht. Monistische Lehren sind mehrfach aus der Geschichte der Menschheit bekannt, der Begriff „Monismus“ wurde allerdings erst am Ende des 19. Jahrhunderts als griechisch-lateinisches Kunstwort (aus griechisch monos „einzig“, „allein“, und -ismus) geprägt.

1. Definition
„Monismus: jede der philosophischen Lehren, in denen die Vielheit der Welt auf ein einziges Prinzip, z.B. den Geist, die Materie, den Willen, zurückgeführt wird. A. Dualismus, Pluralismus“ (Wahrig, 1982, S. 719).

2.Definition
Der Monismus kommt aus dem Griechischen und bezeichnet eine Einheitslehre, welche von dem Philosophen Ch. Wolff geprägt wurde. Dieser Anschauung zufolge lässt sich die Vielfalt des Wirklichen auf ein alleiniges Prinzip zurückführen, auf ein einziges philosophisch-weltanschauliches Urmotiv. Dieses Urmotiv wird inhaltlich jedoch unterschiedlich bestimmt. Beispiele für Inhalte sind der Geist, die Substanz oder die Materie vgl.. Bertelsmann, 1995, S 301).

3. Definition
Der Monismus erkennt nur eine Materie an und wurde von Christian v. Wolff geformt. Seit seinem Begründer hat sich der Monismus in verschiedene Richtungen entwickelt und unterteilte sich in einige Untergruppen. Einige dieser Abwandlungen sind der Dialektische Materialismus, welcher von Lenin geprägt wurde, und der Emergente Materialismus. Letzterer wertet das Psychische höher als das Physische (vgl.. Asanger & Wenniger, 1992, S 478 f).

4. Definition
Als Monismus wird die Einheitslehre im Bezug auf das Verhältnis von Körper und Seele verstanden. Als Psychologischer Materialismus wird das Seelenleben in einer rein stofflich-organischen Funktion des Körpers verstanden. Beim Psychologischen Spiritualismus wird das physische Geschehen als andere Art der Psyche gesehen. In beiden Arten des Monismus sind physiologisches und psychisches Geschehen wesentlich dasselbe (vgl. Sury & Canziani, 1967, S 149).

5. Definition
„Monismus: Annahme einer Einheit, eines einzigen Prinzips als der Grundlage alles Seins. In ps. Hinsicht ist die Lehre, dass Körper und Geist, Leib und Seele eine Einheit darstellen, monistisch. Nach der qualitativen Charakterisierung dieser Einheit ergibt sich materialistischer, spiritualistischer, idealistischer und identitätsphilosophischer M. Ggs. Dualismus“ (Dorsch, 1976, S 376).

Literatur
Asanger, R. & Wenninger, G. (1992). Handwörterbuch Psychologie. Weinheim: Beltz Psychologie Verlagsunion.
Bertelsmann (1995) Lexikon Institut Bertelsmann. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verlag.
Dorsch, F. (1976) Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans Huber.
Sury, K. & Canziani W. (1967) Wörterbuch der Psychologie und ihre Grenzgebiete. Stuttgart: Schwabe & Co. Verlag.
Wahrig, G. (1982) Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Stuttgart: Deutsche Verlags Anstalt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Monismus (11-12-12)




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