Orgasmus

Der Orgasmus oder auch Klimax ist der Höhepunkt des sexuellen Lusterlebens, der beim Geschlechtsverkehr oder der Masturbation eintreten kann. Während des Höhepunkts kommt es im Genitalbereich zu rhythmischen unwillkürlichen Muskelkontraktionen, in denen sich die sexuelle Spannung entlädt. Anschließend erfolgt meist eine Entspannung des Genitalbereichs bzw. des gesamten Körpers. Neben den körperlichen Reaktionen äußert sich der Orgasmus in einem oftmals als angenehm empfundenen individuellen Erlebnis des Rausches und der Überwältigung, wobei sich die Intensität und Erlebnistiefe inter- und intraindividuell unterscheiden kann.

Die Neurowissenschaft hat sich übrigens auch mit dem Orgasmus beschäftigt, der vielen Menschen als das höchste der Gefühle gilt. Adam Safron stellte fest, dass es vermutlich der Rhythmus bei der Sexualität ist, der im Gehirn die entscheidende Rolle spielt. Safron geht davon aus, dass rhythmische sexuelle Stimulation für einen Prozess im Gehirn verantwortlich ist, der als neural entrainment (neuronale Aufladung) bezeichnet wird. Durch diese Aufladung kann es bei intensiver und andauernder sexueller Stimulation dazu kommen, dass die Aufmerksamkeit so fokussiert wird, dass der Mensch in eine Art Trancezustand (sensory absorption) gelangt, der dann entscheidend für das Auslösen des Orgasmus ist. Synchronität ist wichtig für die Weitergaben von Signalen im Gehirn, weil Neuronen dann eher feuern, wenn sie in einem kleinen Zeitfenster mehrmals stimuliert werden. Andernfalls gehen die Signale im Rahmen eines generellen Mechanismus wieder zurück (Habituation), statt sich zu addieren. Daraus schließt Safron, dass rhythmische Aufladung der Hauptmechanismus ist, bei dem orgasmische Schwellenwerte überschritten werden. Dass könnte auch erklären, warum rhythmisches Tanzen und Musik schon immer Teil von menschlichem und tierischem Paarungsverhalten waren. Wenn der Rhythmus jedoch unterbrochen wird oder an einer ungünstigen Stelle wechselt, wird auch die neuronale Stimulation unterbrochen und der Orgasmus wird hinausgezögert.

Quellen & Literatur

Safron, A. (2016). What is orgasm? A model of sexual trance and climax via rhythmic entrainment. Socioaffective Neuroscience & Psychology, 6,  doi:  10.3402/snp.v6.31763.
https://de.wikipedia.org/wiki/Orgasmus (14-05-01)





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