Cotard-Syndrom

Das Cotard-Syndrom, auch als nihilistischer Wahn oder Walking Corpse Syndrome bezeichnet, beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem die Betroffenen  davon überzeugt sind, dass sie tot seien, nicht existieren, glauben zu verwesen oder ihr Blut sowie innere Organe verloren haben. Das Krankheitsbild zählt zu den inhaltlichen Denkstörungen und wird dem Wahn zugeordnet, und findet sich meist bei schizophrenen oder affektiven Psychosen, aber auch schweren Depressionen oder bei manischen Krankheitsbildern.

Häufig ist das Cotard-Syndrom eine Folge schwerer Hirnerkrankungen, da es auch bei temporoparietal lädierter Hirnhälfte und Migräne zu finden ist. Mittels eines Gehirnscans bei einem Betroffenen fand sich immerhin, dass vor allem jene Gehirnareale, die für die Ich-Identität zuständig sind, schlecht funktionierten. Bei den Cotard-Patienten wirkt sich die geringe Aktivität dieses Areals offensichtlich dahingehend aus, dass sie keine oder nur eine geringe Selbstwahrnehmung besitzen, wobei auch jener Bereich des Gehirns, der für rationales Denken und das Überprüfen von Hypothesen zuständig ist, unterdurchschnittlich aktiv bleibt.

Siehe auch Depersonalisation und Derealisation.





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