Angstgedächtnis

Als Angstgedächtnis bezeichnet man die im Langzeitgedächtnis abgespeicherten Erinnerungen an belastende und traumatische Ereignisse. Es spielt im Leben insofern eine wichtige Rolle, da das Gedächtnis in bestimmten aktuellen Situationen diese mit emotionalen Erinnerungen erneut vergleicht und in manchen Fällen verstärkend verarbeitet. Das Angstgedächtnis ist oft sehr unscharf, wodurch Angst oft auch auf andere Auslöser generalisiert wird. Vermutlich ist es in evolutionär sinnvoll, dass es im Angstgedächtnis wenig bis kein Vergessen gibt, gleichwohl aber eine Kontrolle durch höhere Gehirnareale stattfindet.

Massiver Stress schwächt häufig diese Kontrollzentren der Angst, sodass sich die im Angstgedächtnis abgespeicherte Angst wieder entfalten kann. Auch können die Kontrollzentren ihrerseits die Angst anfachen, etwa wenn sie innere oder äußere Signale als lebensbedrohlich interpretieren, was etwa bei Menschen mit Phobien oder Panikattacken der Fall ist. Durch dieses nochmalige Abrufen werden die Erinnerungen im Langzeitgedächtnis noch dauerhafter abgespeichert. Solche Erinnerungen im Angstgedächtnis sind oft der Ausgangspunkt von Albträumen. Bei herkömmlichen Therapien versucht man das ursprüngliche Angstgedächtnis zu unterdrücken, wobei neuer Ansätze versuchen, dieses eher zu überschrieben. Die traditionellen Therapien führen nämlich häufig dazu, dass etwa in Stresssituationen der Unterdrückungsmechanismus nicht mehr funktioniert und die Angst zurückkehrt.




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