confirmation bias

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Der Begriff BestätigungsfehlerBestätigungs-Irrtum, Bestätigungstendenz bzw. confirmation bias bezeichnet in der Kognitionspsychologie die Neigung von Menschen, Informationen so auszuwählen, zu suchen und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen bestätigen. Dabei werden  Informationen ausgeblendet, die eigene Erwartungen widerlegen könnten, sodass man einer Selbsttäuschung oder einem Selbstbetrug erliegt. Dieser Confirmation Bias bewirkt etwa bei Entscheidungen, dass man nur nach jenen Gründen sucht, die die eigene Entscheidung bestätigen. Der confirmation bias ist ein wesentlicher Aspekt der selektiven Wahrnehmung.

Ursache für diese Bestätigungstendenz ist auch das menschliche Gehirn, das die Tendenz hat, neue Informationen immer so zu interpretieren, dass sie bestehende Vorannahmen unterstützen. Die Gründe für einen Bestätigungsfehler können an verschiedenen Stellen eines Entscheidungs- ode Urteilsprozesses entstehen. Entweder bestehen bereits starke Vorannahmen vor der Informationssuche, die man sich erst bewusst machen müsste, eine verzerrte Informationssuche, d. h., eine bewusste Suche nach Informationen, die die Vorannahmen potenziell widerlegen könnten, werden einfach ausgeblendet, eine äußerst subjektive Interpretation der Informationen ohne kritische Analyse der eigenen Interpretationen, und eine generell geringe Bereitschaft von Menschen, einmal aktualisierte Vorannahmen zu verwerfen.

Beispiele für den Bestätigungs-Irrtum

Hat man etwa viel Geld in ein Projekt gesteckt oder viel Arbeit investiert, und es tauchen verschiedene sowohl positive als auch negative Gerüchte über dieses Projekt auf, wird man sich eher auf die positiven Bemerkungen konzentrieren, um sich selber zu bestätigen, dass man die richtige Entscheidung getroffen hat. Diese bleiben dann auch nachhaltiger im Gedächtnis.

Dieser Effekt erklärt auch das von manchen als übernatürliches Phänomen erklärte Gefühl, dass man sich von hinten beobachtet fühlt. Fühlt man sich nämlich von hinten beobachtet und dreht sich dann um, dann behält man jene Fälle im Gedächtnis, in denen man tatsächlich jemanden entdeckt, dessen Blick auf einen gerichtet ist und fühlt sich dadurch in seiner Vermutung bestätigt. Alle anderen Fälle, in denen niemand anwesend ist oder in denen niemand den Blick auf einen gerichtet hat, vergisst man sofort wieder. Hinzu kommt die Tatsache, dass wenn jemand einen Menschen sieht, der sich in der eigenen Blickrichtung umdreht, man diesen natürlich anschaut.

Literatur

Nickerson, R. S. (1998). Confirmation bias: A ubiquitous phenomenon in many guises. Review of General Psychology, 2, 175–220. Doi:10.1037/1089-2680.2.2.175.


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