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Masturbation

sexualitaet

Die Masturbation, d.h. die Autosexualität ist in der Regel die erste Übung in Stimulation und Orgasmus enes Menschen. Diese Übung ist wichtig, kommt bei fast allen Kindern vor, ist unschädlich und ein nützliches und selbstverständliches Ausleben der Natur. Die veraltete Theorie, dass Masturbation schädlich ist daher aus der Sicht der Psychologie eindeutig abzulehnen. Masturbation kommt bei Knaben häufiger als bei Mädchen (nur zirka in 33%) vor, wobei Exhibition der Masturbation und Masturbation in der Gruppe nicht selten sind. Wechselseitige Masturbation in dieser Entwicklungsphase kommt vor und ist kein Hinweis auf eine homosexuelle Entwicklung. Erotische Phantasien und Voyeurismus sind bei allen Jugendlichen üblich, wobei die Phantasien oft das andere Geschlecht betreffen. Das Verstecken der Masturbation ist an sich das normale Verhalten, Schuldgefühle auf Grund der Angst, etwas Falsches getan zu haben, sind häufig und unnötig. Die Scham gegenüber Erwachsenen im Allgemeinen und den Eltern im Besonderen ist in der Pubertät sehr stark entwickelt und sollte von der erwachsenen Umgebung respektiert werden.

Übrigens wurde manche moderneren Formen der Beschneidung zur Bekämpfung der Selbstbefriedigung bei pubertierenden Knaben angewendet, denn der Schweizer Arzt Samuel Tissot hatte im 18. Jahrhundert nämlich behauptet, dass Onanie Ursache zahlreicher Krankheiten sei und die Zirkumzision dagegen helfe. Vor allem wurden die Knaben der britischen Oberklasse im viktorianischen Zeitalter häufig Opfer der Chirurgen, denn in einem Artikel in der britischen Medizinzeitschrift Lancet von 1860 heißt es: „Die Operation sollte nicht unter Betäubung mit Chloroform vorgenommen werden. Der erlittene Schmerz kann so mit der Angewohnheit, die wir ausrotten möchten, in Verbindung gebracht werden.“ Neben dem britischen Empire verbreitete sich die Zirkumzision extrem in den USA, wo bis zu neunzig Prozent der Knaben beschnitten wurden.

Neele Neunaber von der Hochschule Fresenius hat in einer Studie festgestellt, dass auch Frauen gerne masturbieren. Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass Frauen sich bei dem Thema gesellschaftlich nicht berücksichtigt oder sogar eher tabuisiert fühlen, denn es sei die weibliche Sexualität immer an die Sexualität des Mannes und dessen Befriedigung gebunden gewesen und die weibliche Masturbation habe praktische keine Rolle gespielt. In ihrer empirischen Untersuchung des Konstruktes Masturbation unter der Berücksichtigung des Geschlecht ist Neunaber unter anderem den Fragen nachgegangen, ob Frauen nach wie vor wenig Interesse an der Selbstbefriedung haben, ob sich dieses Bedürfnis im Studierendenalter ändert und ob es dabei Geschlechtsunterschiede gibt. Insgesamt 136 Freiwillige im Alter von 18 bis 26 Jahren wurden mittels eines speziell angefertigten Online-Fragebogens befragt, wobei 100 davon weiblich waren. Es zeigte sich, dass Masturbation für die Frauen positiv besetzt ist, sie regelmäßig masturbieren und im Durchschnitt nach der Masturbation immer zum Orgasmus kommen. Die Frauen kennen ihren Körper demnach sehr gut, wobei Frauen Phantasien über die eigenen PartnerInnen genauso wie Pornographie nutzen. Als Motivation für die Selbstbefriedung gaben die Frauen (48 Prozent) und Männer (39 Prozent) am häufigsten direkte sexuelle Befriedigung an, auch wird die Masturbation von 30 Prozent der Männer und Frauen als Entspannungshilfe genutzt, etwa nachts vor dem Einschlafen. Grundsätzlich ziehen es 67 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer vor, abends zu masturbieren, gefolgt von mitten am Tag und nachts, wobei das Bett und eine liegende Position von beiden Geschlechtern favorisiert wird. Nach Ansicht Neunaber geht aus der Erhebung eindeutig hervor, dass Frauen und Männer ähnliche Bedürfnisse haben und die Sexualität von Frauen im Bereich der Masturbation unabhängig von der männlichen Sexualität ist. Allerdings ist angesichts der geringen Stichprobengröße und der Studentenstichprobe diese Studie nicht repräsentativ und es lassen sich keine allgemeinen Aussagen ableiten.

Literatur

Karisch, K. H. (2018). Aufnahme in die Welt der Männer.
WWW: http://www.fr.de/wissen/initiationsriten-aufnahme-in-die-welt-der-maenner-a-826237 (18-11-18)

https://www.hs-fresenius.de/wp-content/uploads/2019_04_10_PM-Masturbation.pdf (19-04-12)


Wörterbuch der Sexualität

Definitionen zur Sexualitšt

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