skilled-memory-Theorie

Die skilled-memory-Theorie beschreibt die Bedeutung einer elaborierten Wissensstruktur für überragende Gedächtnisleistungen. Nach diesem theoretischen Ansatz reichenfür Experten in einem Gebiet oft wenige Ordnungsprinzipien aus, um herausragende Gedächtnisleistungen zu erzielen. Unterschiede in der Expertise verschiedener Personen lassen sich daher durch diese Strukturunterschiede erklären.

Diese Grundannahmen der skilled-memory-Theorie beruhen auf zahlreichen Studien mit Gedächtniskünstlern und Experten. Auf Grund der Entwicklung von Ordnungsstrukturen durch Assoziationsprozesse bzw. Prozesse des bedeutungshaltigen Enkodierens werden von Experten neue Informationen mit Informationen, die bereits im Gedächtnis bestehen, rasch und sicher verknüpft. Gleichzeitig werden mit dieser neuen Information auch Abrufreize assoziiert, die einen späteren Aufruf bzw. eine spätere Wiedergabe beschleunigen. Die in diesen Prozessen gebildeten Chunks werden selber zu übergeordneten Chunks zusammengefasst, so dass hierarchische Gedächtnis- und Abrufstrukturen entstehen). Nach Chase & Ericsson (1981, 1982) ist die skilled-memory-Theorie durch drei Prinzipien bestimmt:

  • Bedeutungshaltiges Enkodieren („Meaningful Encoding“): Neue Informationen werden durch bedeutungshaltige Assoziationen mit bereits im Gedächtnis bestehenden Wissensstrukturen verknüpft.
  • Abrufstruktur („Retrival Structure“): Während des bedeutungshaltigen Enkodierens werden gleichzeitig Abrufreize mit dem Erinnern assoziiert, mit Hilfe dessen die Informationen später vollständig abgerufen werden können.
  • Geschwindigkeitserhöhung („Speed-up“): Durch häufige Praxis findet eine Beschleunigung der Endkodier- und Abrufprozesse statt. Das erklärt auch, dass bei einer wachsenden Wissensbasis die Suche nach einzelnen Informationen nicht wesentlich länger dauert als bei einer kleineren Wissensbasis.

Literatur
Chase, W. G. & Ericsson, K.A. (1981). Skilled memory. Hillsdale, NJ: Erlbaum.
Chase, W. G. & Ericsson, K.A. (1982). Skill and Working Memory. In G. W. Bower (Ed.), The Psychology of Learning and Motivation (Vol. 16). New York: Academic Press.




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