Instinkttheorie

Die Instinkttheorie nimmt an, dass Instinkte ungelernte Verhaltensmuster darstellen, die in Reaktion auf bestimmte Arten der Stimulation auftreten, wobei diese Hinweise aus der Umwelt meist als Auslöser bezeichnet werden. Häufig werden Instinkte von Hormonen oder von äußerer Stimulation wie Geruchsreizen (Pheromone) ausgelöst, die einmal ausgelöst, nicht länger vom Auslöser abhängig sind, sondern automatisch ablaufen. Ursprünglich wurden Instinkte in Begriffen innerer Kräfte beschrieben, die das Auftreten bestimmter Handlungsweisen verursachten. Heute werden Instinkte bei Tieren von Ethologen als fixierte Handlungsmuster aufgefasst, deren Auslöser Umweltbedingungen, Entwicklungsstadien und spezielle Reaktionsabläufe sind. William James hielt sowohl tierische als auch menschliche Instinkte wie Sympathie, Bescheidenheit, Geselligkeit und Liebe für zweckorientiert. William McDougall betrachtete Instinkte als ererbte Dispositionen, die über deinen Antriebsaspekt, einen Handlungsaspekt und Zielgerichtetheit verfügen. Psychologen haben im vorigen Jahrhundert Listen von vielen tausend menschlichen Instinkten zusammengestellt, um menschliches Verhalten zu erklären. Kritiker der Instinkttheorien meinen, dass Instinkte keine Erklärung, sondern lediglich Beschreibungen liefern, wobei es beträchtliche Verhaltensunterschiede zwischen verschiedenen Kulturen gibt. Der Behaviorismuss schließlich konnte nachweisen, dass viele menschliche Verhaltensweisen eher erlernt als angeboren sind. Heute weiß man, dass bei komplexen Verhaltensweisen ererbte und erlernte Faktoren zusammenwirken.




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