Dopamin

Dopamin ist ein ein wichtiger Neurotransmitter und wird wie Serotonin auch als Glückshormon bezeichnet, da es bei einem Flow-Erlebnis ausgeschüttet wird, wobei es in Wechselwirkung mit Noradrenalin steht. Dopamin ist ein neuromodulatorisches Signalmolekül, d. h., es beeinflusst in erster Linie die Erregung von Nervenzellen und regelt so die Signalübertragung im Gehirn.  Zuständig ist Dopamin für Motivation, Antrieb, Koordination und Regulierung des Appetits. Dopamin fördert die Weitergabe von Impulsen zwischen den Nervenzellen, wobei die Denkfähigkeit verringert ist, wenn zu wenig Dopamin freigesetzt wird. Anders als die Hirnforschung lange vermutete, ist für das Hochgefühl, wenn Menschen bekommen, wonach sie sich sehnen, nicht das Dopamin selber verantwortlich, sondern diese Rolle kommt erst den körpereigenen Opiaten wie den Endorphinen sowie anderen Botenstoffen wie dem Oxytocin zu. Dopamin ist vielmehr der Neurotransmitter der Belohnungserwartung, d. h., das Dopaminsystem generiert ein tiefes Verlangen und gibt man diesem nach, reagiert das mesocortikolimbische System, das immer dann aktiv wird, wenn man eine Belohnung erwartet.

Leichter Dopaminmangel bewirkt ein Nachlassen der Motivation und Leistung, es kommt mitunter zu Depressionen und Bewegungsstörungen. Eine über längere Zeit andauernde zu hohe Konzentration von Dopamin führt zu Erschöpfung, zur Schädigung der Nervenzellen. Bei einem extremen Dopaminüberschuss kann etwa Schizophrenie auftreten, bei einem extremen Dopaminmangel kann eine Parkinson-Erkrankung entstehen, da die richtigen Informationen für die Bewegungen von Armen und Beinen im Cortex nicht mehr verarbeitet werden.

Es gibt im Körper verschiedene Dopaminrezeptoren, die verschiedene Wirkungen zeigen, wobei Dopamin und Dopaminrezeptoren auch in unterschiedlichen Gehirnarealen unterschiedliche Effekte auslösen können. Ein Überangebot von Dopamin kann zeitweise dazu führen, dass man extrem glücklich oder glücklicher ist (Kokain), doch der Körper wirkt über komplexe Mechanismen dem Überangebot entgegen, sodass letztendlich wieder teilweise ein Normalzustand erreicht wird. Allerdings ein nur teilweiser Normalzustand, denn durch die Umstrukturierung können andere Prozesse und Funktionen gestört werden und etwa Symptome einer Psychose auslösen.

Der schwedische Wissenschaftler Arvid Carlsson erkannte 1958 erstmals die Bedeutung von Dopamin als neurologisch aktiver Substanz und wurde hierfür im Jahr 2000 zusammen mit Paul Greengard mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Untersuchungen zeigten in der Folge, dass viele Nervenzellen über spezielle Dopamin-Rezeptoren verfügen, wobei inzwischen fünf verschiedene Formen solcher Anschlussstellen bekannt sind. Die Moleküle bestehen je aus einem Benzolring mit drei kurzen Seitenzweigen, wobei als Grundstoff für die Dopamin-Synthese die Aminosäure Phenylalanin dient, ein häufiger Eiweißbaustein. Trotz seiner relativ geringen Größe ist Dopamin nicht in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, sodass es direkt im Gehirn produziert werden muss, hauptsächlich von Neuronen im Mittelhirn, darunter die schwarze Substanz (substantia nigra), wobei das dort freigesetzte Dopamin als Neurotransmitter eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Muskelbewegungen spielt. Dopamin entsteht jedoch nicht nur im Kopf, sondern wird auch in den Nebennieren produziert, in der Bauchspeicheldrüse und sogar von weißen Blutkörperchen. Außerhalb des Gehirns wirkt der Stoff hauptsächlich als Hormon und greift so in Stoffwechselprozesse ein.

Dopamin wird auch mit der Entstehung von Suchterkrankungen im Zusammenhang gesehen, denn das menschliche Verhalten wird durch sowohl durch Belohnung von außen, aber auch durch innere Belohnung verstärkt. Wenn dieser Prozess nicht mehr richtig gesteuert wird, kann es vorkommen, dass man ständig auf der Suche nach noch mehr Belohnung ist, was eine Vorstufe zur Sucht darstellen kann. Irgendwann fällt die Kontrolle über das Aufsuchen von Belohnungen, woraus sich ein krankhaft süchtiges Verhalten entwickelt. Suchtmittel beeinflussen die Dopaminausschüttung und begünstigen damit, dass der Mensch süchtig nach eben diesen Stoffen wird.

Dopamin erhöht möglicherweise auch die Risikobereitschaft

Wissenschaftler verabreichten gesunden Probanden entweder ein Medikament, das die Dopaminkonzentration erhöht, oder ein Placebo, und ließ die Teilnehmer ein Glücksspiel spielen, bei dem man abhängig von der Risikobereitschaft größere oder kleinere Geldsummen gewinnen oder verlieren konnte. Versuchspersonen unter dem Einfluss des Medikaments waren dabei eher bereit, ein Risiko einzugehen, um hohe Gewinne zu erhalten, wobei es dabei keine Rolle spielte, um wie viel größer dieser Gewinn im Vergleich zu einer sicheren Wahl war. Auf emotionaler Ebene waren die Probanden allerdings mit kleinen Summen genauso zufrieden wie mit großen. Das war ein deutlicher Unterschied zur Placebogruppe, bei der die Glücksgefühle erwartungsgemäß zunahmen, je mehr Geld erspielt wurde. Erlitten die Versuchsteilnehmer höhere Verluste, nahm die Risikobereitschaft bei beiden Gruppen gleichermaßen ab. Ein hoher Dopaminspiegel macht offensichtlich Belohnungen attraktiver, ohne dass negative Konsequenzen aber völlig außer Acht gelassen werden.

Kurze Definition

Dopamin gehört wie auch das Adrenalin zu den Katecholaminen und ist ein vorwiegend erregend wirkender Neurotransmitter. Verschiedene Krankheitsbilder werden mit Dopamin in Verbindung gebracht, so so findet sich etwa bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom und Morbus Parkinson ein Mangel, bei Schizophrenie und Psychosen ein Überschuss in bestimmten Gehirnarealen.

Literatur & Quellen

http://dasgehirn.info/denken/motivation/schaltkreise-der-motivation-986 (13-11-21)
http://www.spektrum.de/news/dopamin-macht-risikofreudiger/1354661 (15-07-05)



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