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inneres Kind

Das Konzept des inneren Kindes – inner child – repräsentiert alle von Menschen in ihrer Kindheit gemachten Erlebnisse, die sie in ihrem Gehirn und Körper abgespeichert haben, d. h., es umfasst alle bisherigen Gefühlsreaktionen, Verhaltensmuster sowie auch die Schlussfolgerungen, die sie daraus gezogen und in Form von Einstellungen und Überzeugungen in ihrem Gehirn gespeichert haben.

Da viele Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen aus der eigenen Kindheit unbewusst sind und bleiben, führen solche frühen Verletzungen, Zurückweisungen und Traumatisierungenhäufig dazu, dass das verwundete innere Kind – wounded inner child – zum Schutz vor belastenden Erinnerungen sich abkapselt, und diese Menschen immer mehr die Verbindung zu ihren kindlichen Gefühlen und Erinnerungen verlieren. Das Ziel einer therapeutischen Arbeit mit dem inneren Kind besteht nun darin, sich dem inneren Kind liebevoll und akzeptierend zuzuwenden und wieder Zugang zu kindlichen Gefühlen, wie Freude, Neugier und Lebenslust zu erhalten. Wer als Kind wenig Liebe und Anerkennung in der Familie erfahren hat oder traumatisiert wurde, entwickelt oftmals Scham- und Angstgefühle, die dazu führen, dass damit verbundene Gefühle aus der Kindheit teilweise oder vollständig ausgeblendet und verdrängt werden.

Dieses unterdrückte, verwundete und abgelehnte innere Kind zeigt sich beim Erwachsenen oft in irrationalen, überschießenden Reaktionen bei kleinsten Kränkungen, in selbstverletzendem Verhalten, einem geringen Selbstwertgefühl und tiefgreifender Unsicherheit, Anfälligkeit für Süchte oder einem übermäßigen Streben nach Anerkennung und Aufmerksamkeit.

Chopich & Paul (2009) haben in ihrem Buch „Aussöhnung mit dem inneren Kinde“ als Ziel einer gelungenen Psychotherapie definiert, dass Menschen ihr inneres Kind und dessen Reaktionen zuerst annehmen müssen, bevor sie in einem nächsten Schritt daran gehen können, falsche und nicht hilfreiche Überzeugungen, die sie aus ihrer Kindheit mitgebracht haben, zu erkennen und zu korrigieren. So lernen sie ihre Einstellungen zunächst zu überprüfen und zu korrigieren, um sich selbst besser in ihren Sosein anzunehmen zu können.

Literatur

Bradshaw, John (1994). Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst. Droemer Knaur.
Chopich, Erika J. & Paul, Margaret (2009). Aussöhnung mit dem inneren Kind. Ullstein.



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