Exhibitonismus

Unter Exhibitonismus versteht man die wiederkehrende oder anhaltende sexuelle Neigung, die eigenen Genitalien vor Fremden zu entblößen und dabei Lust zu empfinden. Exhibitionisten verspüren meist eine sexuelle Erregung und verbinden ihr Zur-Schau-Stellen mit Masturbation, während ein Verlangen nach Geschlechtsverkehr mit der fremden Person nicht besteht. Exhibitionismus tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf, und bildet das Gegenstück zum Voyeurismus.

Der Exhibitionismus gehört zu den Paraphilien und nimmt unter diesen insofern eine Sonderstellung ein, als beim genitalen Präsentieren gegenüber Fremden in der Regel die Einvernehmlichkeit fehlt und somit strafbar ist. Die genauen Ursachen des Exhibitionismus sind nicht bekannt, doch betrifft er vor allem Männer, von denen etwa drei bis vier Prozent die Vorstellung einer exhibitionistischen Handlung bei Masturbation oder sexuellen Handlungen erregend finden. Meist manifestiert sich der Exhibitionismus vor der Pubertät, wobei Gene bei der Ausrichtung der sexuellen Präferenz nur eine untergeordnete Rolle spielen. Exhibitionisten haben jedoch  in der Regel einen geringen Selbstwert, und das ungefragte Präsentieren des Geschlechts ist eine Art Kompensation dafür.

Nur etwa zwei Prozent von ihnen leben ihre exhibitionistischen Phantasien auch aus, wobei eine Sexualtherapie betroffenen Männern helfen kann, mit der Neigung zu leben und nicht straffällig zu werden. Im Gegensatz zu sexuellem Missbrauch führen erlebte exhibitionistische Handlungen in der Regel zu keinen seelischen oder sonstigen Spätschäden beim Opfer mit sich. Übrigens empfehlen Therapeuten, als Beobachter auf exhibitionistische Handlungen mit Lachen zu reagieren, da die Schockreaktion, auf die der Exhibitionist aus ist, fehlt und die Suche nach Bestätigung ins Leere läuft.

Quellen

http://derstandard.at/2000070018232/Exhibitionismus-Eine-abweichende-sexuelle-Neigung (17-12-14)
https://www.palverlag.de/lebenshilfe-abc/exhibitionismus.html (16-11-21)

 



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