Kognition
Der Begriff Kognition wird auch in der Psychologie uneinheitlich verwendet: Grob gesagt geht es um die neuronal basierte Informationsverarbeitung im Gehirn, also all jene Prozesse, die beim Wahrnehmen, Denken und Erinnern ablaufen. Unter Kognition werden demnach alle Denk- und Wahrnehmungsvorgänge und deren mentale Ergebnisse (Wissen, Einstellungen, Überzeugungen, Erwartungen) verstanden, wobei Kognitionen bewusst, z.B. beim Lösen einer Rechenaufgabe, und unbewusst, z.B. beim Bilden einer Meinung, ablaufen können. Während sich die Psychologie in der behavioristischen Ausrichtung fast ausschließlich mit dem Verhalten beschäftigte und die allen psychischen Prozessen zu Grunde liegenden Kognitionen weitgehend außer Acht ließ, wendete sie sich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts vermehrt den Kognitionen zu – kognitive Wende. Die kognitive Psychologie wurde dabei von den Informationstechnologien beeinflussen lassen und hat z.B. versucht, die menschliche Intelligenz mit Hilfe von Computermodellen zu verstehen – künstliche Intelligenz, Kybernetik.
Das Wort “kognitiv” (lat.) bedeutet ursprünglich bemerken oder erkennen. Kognition im weiteren Sinne schließt also alle neuronalen Operationen ein, in denen Umweltinformationen über die Sinne aufgenommen, verarbeitet, behalten und für die Entscheidungsfindung verwendet werden. Dabei werden die Informationen in Wörter, Zeichen und Symbole gefasst, und im Hinblick auf Erfahrungen und Erwartungen analysiert, neu geordnet und interpretiert, woraus sich Urteile, Entscheidungen und Schlussfolgerungen ergeben, die dann zielgerichtetes und angemessenes Verhalten ermöglichen. Kognition beschreibt also genau diejenigen Fähigkeiten des Menschen, die es ihm ermöglichen sich in der Welt zu orientieren und sich an seine Umwelt anzupassen.
1. Definition
Sammelname für alle Vorgänge oder Strukturen, die mit dem Gewahrwerden und Erkennen zusammenhängen, wie Wahrnehmung, Erinnerung (Wiedererkennen), Vorstellung Begriff, Gedanke, aber auch Vermutung, Erwartung, Plan und Problemlösen (Kaminski & Neisser 1994, S. 387).
2. Definition
Ist der allgemeine Begriff für alle Formen des Erkennens und Wissens. Dazu gehören etwa: Aufmerksam sein, Erinnern, Urteilen, Vorstellen, Antizipieren, Planen, Entscheiden, Problemlösen und das Mitteilen von Ideen. Es umfasst auch die Prozesse der mentalen Repräsentation (Zimbardo 1995, S. 357).
3. Definition
Ausdruck für jeden Prozess, durch den das Lebewesen Kenntnis von einem Objekt erhält oder sich seiner Umwelt bewusst wird. Dazu zählen: Wahrnehmung, Erkennen, Vorstellen, Urteilen, Gedächtnis, Lernen, Denken, oft auch Sprache (Wagenknecht 1980, S. 1085).
4. Definition
Der Begriff Kognition bezieht sich auf alle Prozesse, durch die Wahrnehmungen transformiert, reduziert, verarbeitet, gespeichert, reaktiviert und verwendet werden. Er umfasst diese Prozesse ach dann, wenn relevante (äußere) Stimulierung fehlt, wie dies bei Vorstellungen und Halluzinationen der Fall ist (Zimbardo, Floyd 1983, S. 235).
5. Definition
Kognition bedeutet Entdecken oder Wiederentdecken oder Wiedererkennen (Guilford 1977, S.119).
Siehe auch Kognitivismus
Verwendete Literatur
Guilford, J. P. (1967). Pädagogische Psychologie. Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch
Kaminski, & Neisser (1994). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans Huber.
Wagenknecht, H. (1980) Lexikon der Psychologie. Freiburg: Verlag Herder KG.
Zimbardo, Philip G. & Floyd L. (1983). Psychologie. Deutschland: Verlag Springer.
Zimbardo, Philip G. (1995). Zimbardo Psychologie. Berlin Heidelberg: Verlag Springer.

