Frustration

1. Definition
„Das alltägliche Verständnis von Frustration meint in der Regel einen unlustvoll erlebten inneren Zustand, eine aversiv getönte Befindlichkeit, wie sie im Gefolge von Konflikten, genauer noch im Anschluss an das Ausbleiben von erwarteten Befriedigungen oder intendierten Zielerreichungen überhaupt auftreten kann“ (Stäcker 1977, S. 7).

2. Definition
Frustration ist die Nichtbefriedigung eines Bedürfnisses, eines Triebs oder einer Motivation. Wichtig geworden ist die Frustrations-Aggressions-Theorie, nach der Aggression immer aus Frustration resultiert und Frustration immer zu Aggression führt (vgl. Städtler 2003, S. 337).

3. Definition
„Frustration → Bezeichnung für die Behinderung einer zielgerichteten Aktivität und für den daraus resultierenden Bewusstseinszustand. Die in den ersten Lebensjahren unausweichlichen Frustrationen, als Versagen von Triebbefriedigung, stellen – entsprechend der Theorie der Psychoanalyse – einen bedeutsamen Faktor bei der Entwicklung des Realitätssinns dar. Mit dem Rosenzweig-Test liegt ein Verfahren zur Diagnose von Reaktionen auf Frustrationen vor“ (Brunner & Zeltner 1980, S. 78).

4. Definition
Frustration wird definiert als ein Zustand, der eintritt, wenn eine Zielreaktion eine Interferenz erleidet. Die Frustrations-Aggressions-Hypothese nimmt eine kausale Beziehung zwischen Frustration und Aggression an, das bedeutet, dass die Existenz einer Frustration immer zu irgendeiner Form von Aggression führt, und umgekehrt setzt das Auftreten von aggressivem Verhalten immer die Existenz einer Frustration voraus (vgl. Dollard, Doob, Miller, Mowrer & Sears 1971, S. 9).

5. Definition
„Der Begriff ‛Frustration’ (lat. frustra = vergebens) ist nicht eindeutig zu definieren. Einigkeit herrscht lediglich darüber, dass vereiteltes Verhalten unter bestimmten Bedingungen motivierende Effekte hat. Die verschiedenen Frustrationstheorien stimmen nach J.S. Brown in der Hypothese überein, dass ‛wenn Reize vorhanden sind, die normalerweise eine Reaktion auslösen, die Reaktion aber daran gehindert wird, ihren normalen Lauf zu nehmen, das Verhalten in einer Weise beeinflusst wird, als ob eine motivationale Variable eingeführt worden wäre’ (Rombach zit. nach Brown 1961, S. 195). Die Vereitelung und Behinderung von Verhaltensweisen muss jedoch noch nicht unmittelbar zu einem Frustrationserleben führen, sondern sie wird es erst dann, wenn die Vereitelung und Behinderung auch als solche erlebt wird und zu klar definierbaren Verhaltensänderungen führt“ (Rombach 1977, S. 334).

Verwendete Literatur
Stäcker, K. H. (1977). Frustration. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer.
Städtler, T. (2003). Lexikon der Psychologie. Stuttgart: Alfred Körner Verlag.
Brunner, R. & Zeltner, W. (1980). Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik. München: Ernst Reinhardt Verlag.
Dollard, J., Doob, L.W., Miller, N.E., Mowrer, O.H. & Sears, R.R. (1971). Frustration und Aggression. Weinheim: Verlag Julius Beltz.
Rombach, H. (1977). Wörterbuch der Pädagogik, Erster Band. Freiburg: Verlag Herder.




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