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Herbstdepression – Winterdepression

Unter Herbstdepression (Herbstblues) bzw. Winterdepression oder saisonal abhängiger Depression versteht man eine Form der Depressionsstörung, die meist im Herbst beginnen und  spontan im Frühling verschwindet, wenn die Tage wieder länger und heller werden.

Kennzeichen sind eine gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, vermehrtes Verlangen nach Süßem und Kohlehydraten (Overeating) oft verbunden mit Gewichtszunahme, was die Depression unter Umständen noch verstärkt.

Im Gegensatz dazu gehen andere Depressionsformen eher mit Appetitverlust, Gewichtsabnahme und Schlaflosigkeit einher. Frauen leiden etwa viermal häufiger als Männer an einer Herbst-/Winterdepression, wobei mit zunehmendem Lebensalter die Beschwerden stärker werden.

Neuere Studien der Gehirnforschung zeigen, dass blaues Licht die Kommunikation jener Gehirnareale steigert, die für die Gefühlsverarbeitung verantwortlich sind. Blaues Umgebungslicht kann daüber hinaus auch Prozesse wie die Hormonausschüttung, die Körpertemperatur, den Schlaf, die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung beeinflussen. Diese Erkenntnisse versucht man daher in der Lichttherapie etwa gegen Winterdepressionen und andere Verstimmungen einzusetzen. Hingegen kann das Licht einer Blaulichtlampe helfen, das im kurzwelligen blauen Frequenzbereich von 446 bis 477 Nanometer im Auge jene Rezeptoren anregt, der die Melatonin-Ausschüttung im Hirn beeinflusst. Solche Lampen arbeiten ohne UV-Strahlen und nur mit Kurzwellen, was weniger intensiv ist als die Vollspektrum-Lichttherapie aus herkömmlichen Leuchten. Ein neues Lichttherapie-Gerät, bei denen der Verwender nicht mehr stationär vor dem Gerät bleiben muss, ist eine Art Brille getragen, die knapp oberhalb der Augen sitzt, wobei wanzig Minuten am Tag für Behandlung und Vorbeugung während der Monate, in denen es wenig Sonnenlicht gibt, genügen. Diese Brille produziert ein 1500 Lux starkes, mit Blau angereichertes Licht mit Hilfe von LEDs, wobei das Licht in der Linse gebeugt wird und die Netzhaut anregt, ohne die Sicht zu beeinträchtigen. Das Licht scheint von oben in die Augen, so wie dies auch natürliches Sonnenlicht tut, sodass die Rezeptoren im Auge dann ein Signal an den Biorhythmus-Regulator des Körpers senden, der die Ausschüttung von Melatonin reduziert.

Bläuliches Licht ähnelt den Verhältnissen am Morgen und das menschliche Gehirn stellt sich darauf ein, aktiv zu werden und einen Tag lang Leistung zu bringen, während rotes Licht hingegen eine innere Abendstimmung erzeugt und signalisiert, dass man zur Ruhe kommen sollte. Vor allem blaues Licht, wie es von Smartphones emittiert wird, stört bekanntlich durch die Verhinderung der Melatoninausschüttung den Schlaf, doch hat es richtig eingesetzt auch einen positiven Effekt, denn dieses blaue Licht verbessert nach einer kleinen Untersuchung die Aufmerksamkeit von SchülerInnen. Diese zeigten in einer blauer Lichtumgebung eine gesteigerte Aufmerksamkeitsleistung, gemessen an ihren Fehlern und der Konstanz ihrer Reaktionsgeschwindigkeit. Gleichzeitig zeigte sich, dass die SchülerInnen auch ein wenig besser schlafen konnten, wenn sie am Abend rotem Licht ausgesetzt wurden.

Siehe dazu ausführlich Herbstblues, Winterdepression.

Literatur

Petra Studer, Judith M. Brucker, Cornelia Haag, Jessica Van Doren, Gunther H. Moll, Hartmut Heinrich, Oliver Kratz (2019). Effects of blue- and red-enriched light on attention and sleep in typically developing adolescents. Physiology & Behavior, 199, 11-19.


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