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Soziales Investitionsprinzip


Das soziale Investitionsprinzip – social investment principle – bezeichnet ganz allgemein die interindividuellen Unterschiede in der alterstypischen Entwicklung durch eine differenzielle Investition in altersabhängige soziale Rollen. Dieses Prinzip bezieht sich dabei vor allem auf jene typischen Persönlichkeitsveränderungen im Verlauf des jungen Erwachsenenalters, insbesondere die Abnahme von Neurotizismus und die Zunahme von Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit, die auf früheren Investitionen in soziale Rollen beruht. So senkt etwa das Eingehen einer stabilen Partnerschaft den Neurotizismus, eine fürsorgliche Elternschaft fördert und erhöht die Verträglichkeit, eine stabile Integration in den Beruf die Gewissenhaftigkeit. Empirisch werden kurvilineare Verläufe berichtet, wobei es zu einem leichten Anstieg dieser Merkmale bis ins mittlere Erwachsenalter kommt mit einer anschließenden Abnahme. Hingegen finden sich kaum Veränderungen in den Persönlichkeitsmerkmalen Extraversion und Offenheit (Roberts et al., 2006).

Die Persönlichkeit unterliegt im Erwachsenenalter diversen Veränderungen, wobei solche Veränderungen unter anderem durch Veränderungen der sozialen Umwelt ausgelöst werden, die aber von den Menschen zum Teil selbst aktiv initiiert werden können. Im Grunde handelt es sich übrigens wohl nicht um echte Persönlichkeitsveränderungen, sondern eher typische Altersveränderungen bzw. Veränderungen, die die jeweilige Situation für den Einzelnen mit sich bringt, denn Persönlichkeitsveränderungen im strengen Sinne setzen differenzielle Veränderungen voraus. Auch weicht die aktuelle Persönlichkeitsentwicklungsforschung maßgeblich von den früheren Auffassungen ab, die die Stabilität der erwachsenen Persönlichkeit betonten. Heute geht man nur mehr von einer relativen Stabilität von Persönlichkeitsmerkmalen aus, die stets im Licht der Anforderungen der sozialen Umwelt betrachtet und beurteilt werden müssen.

Literatur

Roberts, Brent, Walton, Kate & Viechtbauer, Wolfgang (2006). Patterns of Mean-Level Change in Personality Traits Across the Life Course: A Meta-Analysis of Longitudinal Studies. Psychological Bulletin, 132, 1-25.


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