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Einprägsamkeit


Die Einprägsamkeit von sprachlichen oder bildlichen Informationen hängt vor allem davon ab, wie konkret und anschaulich diese sind und wie schnell und gut die sprachlichen Formulierungen bzw. Gestaltungen mit den vorhandenen Vorstellungen der Empfänger in Verbindung gebracht werden können. Trotz großer individueller Unterschiede in dieser Gedächtnisleistung erinnern sich Menschen mit großer Beständigkeit an bestimmte Reize leichter als an andere. Lange hat man sich daher mit diesem Phänomen beschäftigt, warum Menschen sich etwa an manche Gesichter oder Bilder besser erinnern als an die übrigen. Man hat bisher vermutet, dass es eventuell an der Farbe, der Vertrautheit mit dem Gegenstand, an der Aufmerksamkeit oder den Präferenzen der Betrachter liegt.

Xie et al. (2020) haben in einer Untersuchung ihren Fokus auf Wörter gerichtet und entdeckten, dass bestimmte Wörter bei allen Teilnehmern korrekt abgerufen werden, unabhängig davon, mit welchen Hinweisen der Gedächtnisabruf eingeleitet wurde. Es zeigte sich dabei, das ist nicht darum geht, ob Begriffe konkret oder abstrakt sind, sondern dass es darauf ankommt, dass sich sprachliche Inhalte besonders assoziativ mit bereits vorhandenen Begriffen verbinden lassen. Die Autoren sprechen dabei von einem semantischen Raum, sodass es bei Begriffen darauf ankommt, wie zentral und gut diese vernetzt sind. Wörter, die eine größere semantische Ähnlichkeit mit anderen Wörtern aufweisen, sind während des Abrufs leichter verfügbar und führen zu mehr neuronalen Interventionen, wenn der Abruf zunächst fehlschlägt. Eine erfolgreiche Suche nach diesen einprägsamen Elementen führt im Vergleich zu weniger einprägsamen Elementen zu einer schnelleren Wiederherstellung der neuronalen Aktivität im vorderen Temporallappen, d. h., dass das Gehirn bestimmte Informationen priorisiert, um das Abrufen von Erinnerungselementen zu erleichtern.

Die Einprägsamkeit spielt auch im pädagogischen Bereich eine wichtige Rolle, denn so wird etwa bei der Methode des Mindmapping auf einprägsame Gestaltung großer Wert gelegt. Bilder, Symbole und Farbe aktivieren dabei die rechte Gehirnhälfte und vermitteln schon ohne Worte komplexe Inhalte. Zum Beispiel erleichtert die Verwendung von Piktogrammen im öffentlichen Raum die Orientierung. Die Kombination von Wort und Bild erhöht außerdem durch das Ansprechen mehrerer Eingangskanäle des Gehirns die Einprägsamkeit von Inhalten.

Literatur

Xie, Weizhen, Bainbridge, Wilma A., Inati, Sara K., Baker, Chris I. & Zaghloul, Kareem A. (2020). Memorability of words in arbitrary verbal associations modulates memory retrieval in the anterior temporal lobe. Nature Human Behaviour, doi:10.1038/s41562-020-0901-2.


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