Konstrukt

Ein Konstrukt bezeichnet in der psychologischen Forschung eine gedankliche Hilfskonstruktion für eine Variable oder ein Merkmal, die bzw. das nicht direkt beobachtbar ist (z.B. Angst).

1. Definition
Konstrukte stellen eine bestimmte Art von Begriffen zur Bezeichnung & Erklärung der Beziehungen zwischen Dingen und / oder Ereignisse oder Zustände, die der unmittelbaren Beobachtung nicht zugänglich sind, sondern nur mit Hilfe von beobachtbaren Ereignissen (Reize, Reaktionen) erschlossen werden können. In Anlehnung an TOLMAN (1932) unterscheidet man intervenierende Variablen und Hypothetische Konstrukte (HK). (vgl. Schwittmann, 1970, S. 477).

2. Definition
Schulleistung ist eine gedankliche Größe, die in einem noch weithin ungeklärten Verhältnis zu den Indikatoren steht, aus welchen man auf sie schließt. Schulnoten zB, Testergebnisse oder Einschätzungen von Lehrern sind solche Indikatoren für Schulleistung. Nun lässt sich ein Konstrukt nicht in ein für allemal und endgültig bestimmen, sondern nur durch darauf bezogene Forschung zunehmend präzisieren und inhaltlich füllen (vgl. Spiel, S. 896)

3. Definition
Konstrukt → synonym Intervenierende Variable ist eine veränderbare Größe, die bei einer Reiz-Reaktions-Folge bzw. in einem Verhaltensablauf eine mehr oder minder steuernde Rolle spielt. Die intervenierende Variable ist ein Konstrukt (→hypothetisches Konstrukt), das durch Abstraktion operational definiert ist, dessen tatsächliche Wirkung aber nicht eindeutig vorherbestimmt werden kann (vgl. Köck & Ott 1994, S. 338).

4. Definition
Konstrukt meint die begriffliche Zusammenfassung angenommener Eigenschaften (Merkmale) von Personen (Objekte), die sich nicht direkt beobachten lassen, und die zur Erklärung oder auch nur Beschreibung spezifischen Verhaltensweisen im Rahmen theoretischer Konzeptionen (Theorien und Modelle) dient. Über die Formulierung von Korrespondenzregeln (Zuordnungsregeln) werden Konstrukte mit der Beobachtungsebene in Verbindung gebracht (vgl. Lenzen 1984, S. 462).

5. Definition
Konstrukt: psychologisches Objekt, das über operationalisierte Eigenschaften und deren Relationen bestimmt wird. Konstrukt ist damit ein theoriegebundener Begriff. Eine Vielzahl psychologischer Begriffe und Objekte, zB Intelligenz, Angst, Neurose oder Schulfähigkeit, stellen K.e. dar. Konstrukte Systeme sind Theorien und werden auch homologische Netze genannt, in denen die Relation verschiedener K.e. mit formalen, sehr häufig faktorenanalytischen Mitteln beschrieben sind. (vgl. Günter Clauß 1976, S. 265).

Verwendete Literatur
Köck, P. & Ott, H. (1994). Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. Donauwörth: Verlag Ludwig Auer.
Spiel, W. (1980). Die Psychologie d. 20. Jahrhunderts. Band XI Konsequenzen für die Pädagogik (1) Entwicklungsmöglichkeiten und erzieherische Modelle. Wien: Verlag Kindler .
Rombach, H. (1970). Lexikon der Pädagogik. 2. Band: Frankreich bis Kuba. Wien: Verlag Herder.
Lenzen, D. (1984). Enzyklopädie Erziehungswissenschaft. Band 2: Methoden der Erziehungswiss.- &Bildungsforschung. Stuttgart: Ernst Klett Verlage.
Clauß, G. (1976). Wörterbuch der Psychologie. Köln: Pahl-Rugenstein Verlag.




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