Epistemologie

Die Epistemologie oder Erkenntnistheorie ist ein grundlegendes Teilgebiet der Philosophie, das sich mit folgenden Fragen befasst:

  • Wie kommt Wissen zustande?
  • Welche Erkenntnisprozesse sind denkbar?
  • Wie ist Wissen unter den verschiedenen Voraussetzungen begründet?
  • Woran erkennt man, dass Wissen tatsächlich auf Grund von Erkenntnis angeboten wird?

Von Interesse für die Epistemologie ist vor allem auch, welche Arten von Zweifeln an welcher Art von Wissen grundsätzlich bestehen können.

Unter Epistemologie versteht man in der Philosophie und Wissenschaftstheorie ganz allgemein daher die Lehre vom Wissen (z.B. bei Platon und Aristoteles) im Unterschied zu der auf der Sinneswahrnehmung beruhenden (bloßen) Meinung. Traditionell unterscheidet man zwei Zugangsformen der Epistemologie:

  • den Rationalismus, der besagt, dass Menschen ihr Wissen durch logisches Denken erlangen, und
  • den Empirismus, der besagt, dass Menschen ihr Wissen durch sensorische Erfahrung erlangen.

Die meisten Philosophen stimmen allerdings darin überein, dass es beider Zugangsweisen bedarf und  dass sich beide gegenseitig unterstützen und korrigieren.

Bedeutsam ist dabei der von den Philosophen betonte Unterschied zwischen Epistemologie und Ontologie, der in der wissenschaftstheoretischen Debatte insbesondere in der Auseinandersetzung zwischen relativistischen bzw. konstruktivistischen auf der einen und realistischen Strömungen auf der anderen Seite meist nicht genügend berücksichtigt wird.

Erkenntnistheorie fragt danach, was Menschen erkennen bzw. wissen können, Ontologie hingegen ist die Suche nach den Dingen, die existieren. Realisten bestehen etwa darauf, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen dem Wissen über die Welt und die Dinge, die wirklich existieren. Sie nehmen an, dass die Welt bzw. die Realität unabhängig davon existiert, dass wir sie wahrnehmen aber diese bewusstseinsunabhängig existiert. Viele Relativisten hingegen behaupten, dass alles, was existiert, nur für den einzelnen Menschen existiert und nicht an sich. Das bedeutet, dass das Inventar der Welt von uns Menschen sozial und in deren Bewusstsein konstruiert wird. Dabei wird der Unterschied zwischen Erkennen und Existieren verwischt bzw. nicht beachtet. Zwar bestreiten die meisten Realisten nicht, dass viele Dinge in der Welt existieren, weil Menschen sie so gemacht haben, etwa das Geld, bei dem der Wert sozial konstruiert und nicht unabhängig von Menschen gegeben ist. Realisten bestreiten hingegen, dass etwa auch die Naturgesetze sozial konstruiert sind wie etwa die Elementarteilchen. Realisten sind der Ansicht, dass Menschen immer dann, wenn sie etwas Neues über die Welt erfahren, etwas entdecken, was schon vorher da war, aber ihnen nur noch nicht bekannt war. Relativisten hingegen sind der Ansicht, dass Menschen dann, wenn sie etwas Neues über die Welt erfahren, dieses Phänomen erst erfinden bzw. konstruieren müssen.




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