Schlafapnoe

Zu den Atemstörungen im Schlaf zählt man verschiedene chronische Beschwerden, bei denen die Atmung viele Male pro Nacht über Sekunden bis hin zu einer Minute aussetzt. Grund ist eine Verengung der Atemwege, die den Luftstrom kurzzeitig unterbricht. Das Gehirn reagiert auf die fehlende Sauerstoffzufuhr mit einer lebenswichtigen Weckreaktion. Auch wenn Betroffene ihr Problem nicht bemerken, sind sie während des Tages meist sehr müde, erschöpft und weniger einsatzfähig. Die am meisten verbreitete nächtliche Atemstörung ist die obstruktive Schlafapnoe. Der Begriff  kommt aus dem Griechischen: A-Pnoe = Ohne Luft.

Bei der Schlafapnoe kommt es durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen. Die Atemstillstände führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers). Die meisten Aufweckreaktionen führen aber nicht zum Aufwachen, sondern lediglich zu erhöhten Körperfunktionen, beispielsweise zu beschleunigtem Puls. Deswegen werden sie von den Betroffenen meist nicht wahrgenommen. Das Schlafapnoe-Syndrom zählt zu den Dyssomnien (Schlafstörungen).

Die obstruktive Schlafapnoe geht oftmals mit Störungen der neurokognitiven Funktionen (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, schnelles Umschalten, Verhaltenssteuerung) einher, wobei als Ursachen die aus der Atmungsstörung resultierende Hypoxämie (erniedrigter Sauerstoffgehalt im Blut), die Schlaffragmentierung und die Aktivierung des sympathischen Nervensystems vermutet werden. Morphometrischen Untersuchungen zeigen bei Menschen mit Schlafapnoe eine Verminderung der grauen Substanz in verschiedenen Arealen des Großhirns. Der Hippocampus reagiert extrem empfindlich auf Störungen der Sauerstoffversorgung, wobei im Tierversuch nachgewiesen werden konnte, dass eine intermittierende Hypoxie (Mangelversorgung mit Sauerstoff) mit einem erhöhten Zelluntergang in dieser Gehirnregion verbunden ist.
Die meisten Schlafapnoebetroffenen sind Männer, wobei Übergewichtige, Raucher oder Alkoholiker besonders gefährdet sind. Bei drei Prozent aller Kindern führt Schlafapnoe häufig tagsüber zu Hyperaktivität, schlechten Schulleistungen oder Aggressivität. Neben Blutuntersuchungen und Lungenfunktionstests kann als letzte und aufwändigste Methode auch das Schlaflabor bei der Apnoe-Diagnostik helfen.
Bei der Schlafapnoe kommt es konkret durch das Erschlaffen der Rachenmuskulatur zu einem Verschluss der oberen Luftwege, wobei der Atemstillstand von zehn Sekunden bis zu einer Minute dauern kann. Normalerweise wird während der Einatmung der Rachenbereich durch aktive Muskelanspannung offen gehalten. Infolge meist anatomischer Gegebenheiten und mangelnder Muskelanspannung kommt es bei den Betroffenen zu einer Enge der oberen Luftwege, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit der Luftsäule ansteigt, wodurch der Druck im Rachenbereich beim Einatmen sinkt, so dass bei schlaffer Spannung der Rachenmuskulatur ein kompletter Verschluss entstehen kann. Die Schlafapnoe steht praktisch immer in Verbindung mit Schnarchen, bei dem die Luftwege jedoch offen bleiben, da nur ein teilweises Erschlaffen und Kollabieren der Muskulatur stattfindet. Das Vibrieren des weichen Gaumens (Gaumensegel und Zäpfchen) in den Turbulenzen des Luftstromes führt infolge zum charakteristischen Schnarchgeräusch. Beobachtet man einen von Schlafapnoe Betroffenen während des Schlafes, kann man den typischen Wechsel von Schnarchen und längerem Aussetzen der Atmung beobachten.

Übrigens: Schnarchen kann eine Lautstärke erreichen, die einem LKW oder sogar Jumbo-Jet nahekommt, doch wird der Schnarchende nicht selber wach, weil sein Gehirn  sich über die Zeit hinweg an die Geräuschkulisse gewöhnt hat und die eigentlich störenden und im evolutionären Sinne warnenden Geräuschsignale ausblendet, weil es sich für den Schlafenden um ein selbsterzeugtes und damit nicht bedrohliches Signal handelt. Der daneben Schlafende kann sich jedoch kaum an diese Signale gewöhnen, denn an externe Geräusche, die es im Rahmen der Evolution zur Erhaltung der Art als bedrohlich oder warnend erleben musste, kann sich das menschliche Gehirn nur schwer anpassen.

Die Sterberate steigt bei Erwachsenen mittleren Alters um 46 Prozent, darüber hinaus steigt die Gefahr für Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Störungen, Schädigungen des Gehirns. Durch die fehlende Ausgeschlafenheit steigt das Risiko für Unfälle in der Arbeit und im Verkehr. Ein unbehandeltes Schlafapnoe-Syndroms kann schließlich zu Erkrankungen von Herz und Lunge führen (z.B. Rechtsherzschwäche, Lungenhochdruck).

Quellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafapnoe-Syndrom (11-08-21)
http://www.dasjournal.net/news/134/ARTICLE/27120/2010-03-21.html (10-03-21)



Post a Comment

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu