Realitätsleugnung

Eine Realitätsleugnung im Sinne eines psychoanalytischen Abwehrmechanismus liegt vor, wenn bedeutsame Tatbestände vom Ich ignoriert bzw. nicht wahrgenommen werden, weil die bewusste Auseinandersetzung mit ihnen als zu belastend erlebt wird. So kommt es beispielsweise immer wieder vor, dass ein Mensch die Seitensprünge seines Partners Mannes nicht wahrnimmt, obwohl sonst jedermann davon weiß und ausreichende Anzeichen dafür vorliegen. Andere, typische Beispiele sind der Kindesmissbrauch oder andere Gewaltformen im Familienverband, diverse Formen von Essstörungen, oder aber auch, wenn jemand die Anzeichen einer Krankheit übersieht und den Arzt erst aufsucht, wenn es dafür eigentlich bereits zu spät ist. Realitätsleugnungen sind meist überall dort festzustellen, wo ein Weltbild oder vorgefasste Meinungen ins Wanken kommen könnten.

Quelle
Fellner, Richard L. (2004). Die Psychoanalyse Sigmund Freuds.
WWW: http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/psychoanalyse/psychoanalyse.phtml (11-03-21)




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