Generativität

Die Generativität ist die 7. Stufe in Eriksons Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung (Mittleres Erwachsenenalter) und steht der Stagnation gegenüber: Generativität bedeutet nach Erikson die Liebe in die Zukunft zu tragen, sich um zukünftige Generationen zu kümmern, eigene Kinder großzuziehen. Generativität ist generell das Erziehen der nächsten Generation, sei dies als Eltern oder sonst in einer Form, die ein Ziel vor Augen hat. Diese Haltung entwickelt sich nur, wenn ein grundsätzliches Gefühl des Vertrauens vorhanden ist. Erikson zählt dazu nicht nur eigene Kinder zu zeugen und für sie zu sorgen, er zählt dazu auch das Unterrichten, die Künste und Wissenschaften und soziales Engagement. Also alles, was für zukünftige Generationen „brauchbar“ sein könnte. Es ist nachgewiesen, dass sich aus psychologischer Sicht ältere Menschen etwas Gutes tun, wenn sie sich aktiv um nachfolgende Generationen kümmern, d. h., SeniorInnen sollten sich ein Thema suchen, das ihnen wichtig ist: Das kann ein Engagement in der Politik, im Umweltschutz, für Tiere oder ein Ehrenamt sein. Wichtig ist, dass sie das Gefühl haben, bei der jeweiligen Tätigkeit ihren persönlichen Erfahrungsschatz weitergeben zu können. Mit Generativität bekommen SeniorInnen das Gefühl, von den Jüngeren gebraucht zu werden, denn die eigene Sterblichkeit wird von vielen als Kränkung erfahren, und es macht dann glücklich zu wissen, dass sie etwas hinterlassen können. Das Gegenteil wird als Selbst-Absorption bezeichnet. Hierunter wird eine Vereinsamung verstanden, d. h. zwischenmenschliche Beziehungen werden wenig gepflegt usw., im Mittelpunkt steht ein sich um sich selbst kümmern und um niemanden sonst. Zu viel Generativität heißt, dass man sich selbst vernachlässigt zum Wohle anderer. Diese Haltung führt zur Vereinsamung.

Siehe dazu im Detail Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erik Homburger Erikson





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