Gruppenpsychotherapie

Gruppenpsychotherapien – manchmal kurz auch als Gruppentherapien bezeichnet – erlauben eine ökonomische Anwendung von Psychotherapie bei einer Vielzahl von Problemfeldern und Störungen, und sind auch im Hinblick auf ihre Wirksamkeit gut abgesichert.
Die Gruppenpsychotherapie nutzt die in einer Gruppe auftretenden speziellen Gruppenphänomene (Gruppendynamik, Übertragung, Gegenübertragung) für die Psychotherapie, indem mehrere KlientInnen in der Gruppe behandelt werden. Der Begriff „Gruppenpsychotherapie“ wurde zum ersten Mal  von Jakob L. Moreno, dem Begründer des Psychodramas, verwendet. Gruppenpsychotherapien erlauben eine ökonomische Anwendung von Psychotherapie bei einer Vielzahl von Problemfeldern und Störungen und sind im Hinblick auf ihre Wirksamkeit sehr gut abgesichert.

In der Regel wird eine Gruppengröße von sieben bis zwölf Personen als ideal angesehen, wobei vier TeilnehmerInnen  als Minimum gelten. Die Gruppenmitglieder sitzen im Kreis, so dass sich alle in die Augen sehen können. Hinzu kommen ein oder manchmal auch zwei TherapeutInnen. In Ausbildungsgruppen ist fallweise auch ein Beobachter anwesend, der nicht am Gruppengeschehen teilnimmt. Auf Grund der Ökononomie werden Gruppenpsychotherapien im ambulanten und institutionellen Rahmeng daher auch aus Gründen der Ökonomie erheblich an Bedeutung gewinnen, denn die Gruppenpsychotherapie bieten ein kosten- und zeiteffektives Angebot in der psychotherapeutischen Grundversorgung einer Gesellschaft.

Je nach Therapieschule hat die Gruppe eine andere Funktion, d.h., es gibt Gruppenpsychotherapien, bei denen ein Thema vorgegeben ist und andere bei denen allein das, was die TeilnehmerInnen in die Gruppe einbringen, zum Thema gemacht wird (klassische Encountergruppen). Vorteile einer Gruppentherapie sind etwa, dass die TeilnehmerInnen am Beispiel der anderen Gruppenmitglieder lernen können, dass die TeilnehmerInnen in der Gruppe mit  Problemen konfrontiert werden, die sie mit anderen Menschen haben, dass die TeilnehmerInnen mit Hilfe der Gruppenmitglieder neue Kommunikations- und Konfliktlösungsstrategien erarbeiten erlernen können, dass die TeilnehmerInnen in Gegenwart anderen über ihre eigenen Gefühle und Sichtweisen sprechen lernen, dass die TeilnehmerInnen Rückmeldungen von anderen erhalten, wie sie auf diese wirken, und nicht zuletzt, dass die TeilnehmerInnen emotionale Unterstützung bei der Bearbeitung ihrer Probleme durch die Gruppenmitglieder erhalten.

Siehe auch Psychodrama und Gruppenpsychotherapie




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