Prävention

1.    Definition
Ziel des präventiven Unterrichts ist es, einerseits Leistungs- und Erziehungsschwierigkeiten zu vermeiden, andererseits die Verfestigung dieser Schwierigkeiten zu verhindern. Der erste Fall (Primärprävention) ist systemorientiert, der zweite Fall (Sekundärprävention) ist prozessorientiert (vgl. Schröder, 1992, S. 275).

2.    Definition
Prävention (lat.: Zuvorkommen), Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten und Störungen, in der Psychologie und Psychiatrie soll primäre Prävention die Ausbildung von Störungen schon im Vorfeld verhindern. Sie ist auf die gesamte Bevölkerung ausgerichtet oder wendet sich an besondere Risikogruppen. Unter sekundärer Prävention werden alle Maßnahmen zur Therapie und Eindämmung psychischer Störungen im Verlauf ihres Auftretens verstanden, während tertiäre Prävention alle Bemühungen bezeichnet, die in der Folge von psychischen Störungen der Rehabilitation dienen und der Gefahr entgegenwirken sollen, dass die Störungen wieder auftreten oder chronisch werden (vgl. o.A., 1995, S. 369).

3.    Definition
Im medizinisch-psychologischen Kontext Überbegriff für Maßnahmen zur Vermeidung von Krankheiten beziehungsweise zur Erhaltung von Gesundheit bei Einzelpersonen oder in der Bevölkerung (vgl. Troschke, 1992,
S. 257ff).

4.    Definition
Präventiverziehung (lat.: praevenire zuvorkommen), eine vorbeugende, bewahrende, nicht repressive Erziehungsweise, wie sie zum Beispiel Don Bosco entwickelt hat (vgl. Odenbach, 1974, S. 350).

5.    Definition
Präventivpädagogik soll Fehlentwicklungen und die Notwendigkeit von Heilerziehung ausschließen. Je mehr sie dabei zum Positiven eines erfüllten Lebens hinführt, um so mehr lenkt sie vom Negativen ab und nimmt ihm den Einfluss. Erst in zweiter Linie bezeichnet und bekämpft sie das Negative direkt, ohne es ins Zentrum zu rücken und somit ungewollt festzuhalten (vgl. Mittelstädt, 1993, S. 327f).

6.    Definition
Prävention bedeutet „Vorbeugung, Verhütung“. Dieses Anliegen, welches sich zunächst auf den Bereich medizinischer Vorbeugung beschränkte, wird zunehmend auch auf den psychologischen Bereich übertragen. So wurden zum Beispiel verschiedene Präventionsprogramme entwickelt, um psychische Probleme in bestimmten Fällen gar nicht erst aufkommen zu lassen (vgl. Dieterich & Rietz, 1996, S. 334).

7.    Definition
Prävention hat das Ziel, (psychisches) Leid und Störungen von vornherein zu verhindern und damit auch kurative Maßnahmen tendenziell unnötig zu machen. (vgl. Stark, 1998, S. 563ff)

Verwendete Literatur
Dieterich, R. & Rietz, A. (1996). Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. Donauwörth: Auer Verlag.
Gudemann, W.-H. (1995). Lexikon der Psychologie. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verlag.
Mittelstädt, G. (1993). Vorbeugende Erziehung. In H. Rombach (Hrsg.), Lexikon der Pädagogik (S. 327-328). Freiburg: Verlag Herder.
Odenbach, K. (1974). Lexikon der Schulpädagogik Begriffe von A-Z. Braunschweig: Westermann Verlag.
Schröder, H. (1992). Grundwortschatz Erziehungswissenschaft. Ein Wörterbuch der Fachbegriffe von „Abbilddidaktik“ bis „Zielorientierung“.  München: Ehrenwirth Verlag.
Stark, W. (1998). Prävention. In R. Asanger & G. Wenninger (Hrsg.),  Handwörterbuch Psychologie (S. 563-567). München: Psychologie-Verlags-Union.
Troschke, J. (1992). Prävention. In Tewes, U. & Wildgrube, K. (Hrsg.), Psychologie-Lexikon (S. 257-259). München: Oldenburg Verlag.





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