Mimikry

Mimikry bezeichnet man als eine Nachahmung der Warntracht bei Tieren. Sie gilt als eine Schutzanpassung, wenn Gefahr in Sicht ist. Die Tiere können entweder ihre Farbe, aber auch ihre Körperform verändern.

1. Definition

Auf Signalfälschung beruhende Schutzanpassung bei Tieren: z.B. die Nachahmung eines geschützten – wehrhaften oder giftigen – Tieres durch ein harmloses, genießbares, das dadurch geschützt ist (z.B. Hornisse und Hornissenschwärmer); oder als Tarn- oder Irritier-M.: abschreckende Augenflecken und bewegliche Stacheln bei Fischen und Schmetterlingsraupen (vgl. Ohne Autor, 2000, S. 576).

2. Definition

tier. – Schutzanpassung durch Nachahmung der Warntracht einer giftigen Tierart in Körperform und Farbe durch ein wehrloses Tier anderer Artzugehörigkeit; dieses genießt dadurch desselben Schutz vor Feinden wie sein Vorbild (batessche M.); Beispiele sind die Nachahmung einer Hornisse durch den Hornissenschwärmer oder der giftigen Korallennattern durch versch. harmlose Schlangen. Müllerscher M. bezeichnet die Verwendung derselben Warntracht durch mehrere ungenießbare Tierarten desselben Gebietes (vgl. Ohne Autor, 1996,  S.661).

3. Definition

eigtl. >>Nachahmung<<, Sonderfall einer tier. Schutzanpassung, bei der ein gut geschütztes Tier, das über eine Warntracht verfügt, von einem ungeschützten Tier anderer Artzugehörigkeit in Körperform oder Farbe nachgeahmt wird, z.B. die Hornisse durch den (harmlosen) Hornissenschwärmer oder die giftige Korallennatter durch versch. harmlose Schlangen (vgl. Ohne Autor, 2006, S. 80).

4. Definition

>Nachahmen, Nachäffen<, Angleichen, Schutzanpassung mancher Tiere (in Farbe oder Form) an die Umgebung (vgl. Friedrich Dorsch, 1963, S. 220).

5. Definition

Bei wehrlosen Tieren bes. Form der Schutzanpassung, die durch Nachahmung von auffälligen Warntrachten durch täuschende morpholog. Ähnlichkeiten mit wehrhaften oder widerl. schmeckenden Tieren abschreckend auf andere Tierarten winkt. Die Schutzwirkung der M. beruht auf unangenehme  Erfahrungen, die Tiere mit ihrer Beute machen so dass sich bei ihren als Warnsignal die auffällige Färbung (auch Körperform) einprägt. Man unterschiedet v.a. Batessche M. („Nachahmung“ kommen im Allgemeinen seltener vor als ihr „Modell“ z.B. Wespen) und die Müllersche M. („Nachahmung“ sind häufiger als ihr „Modell“ z.B. Schmetterlinge) (vgl. Ohne Autor, 1976, S. 263).

Literatur

Ohne Autor (1996). Mimikry. Brockhaus – Die Enzyklopädie, vierzehnter Band. Leipzig – Mannheim: Verlag F.A. Brockhaus GmbH.

Ohne Autor (2000). Mimikry. Faktum Universal Lexikon. Edition Bassermann. Gütersloh – München: Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH.

Ohne Autor (2006). Mimikry. Duden – ORF-Das Lexikon für Österreich in 20 Bänden. Band 12. Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich: Dudenverlag.

Dorsch, F. (1963). Mimikry. Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber und Hamburg: Verlag Richard-Meiner.

Ohne Autor (1976). Mimikry. Meyers –Enzyklopädisches Lexikon, sechzehnter Band. Zürich / Mannheim / Wien: Verlag Bibliographisches Institut.




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