Entwicklungsstörung

Unter Entwicklungsstörungen versteht man eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind. Entwicklungsstörungen wirken sich dabei auf das Verhalten aus. Im engeren Sinn sind ENtwicklungsstörungen die im ICD-10 Kapitel V (F) unter F8 beschriebenen psychischen Störungen mit den gemeinsamen Merkmalen (1) Beginn in der Kindheit, (2) enger Reifungsbezug und (3) stetiger Verlauf. Hierzu gehören insbesondere Sprech- und Sprachstörungen, Störungen schulischer Fertigkeiten (Lesen, Rechtschreiben, Rechnen), motorische Störungen sowie die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (autistischer Formenkreis).

Es gibt Entwicklungsbeeinträchtigungen, die mit der Kommunikation zusammen hängen, z.B. Sprechschwierigkeiten, Schwierigkeiten im sprachlichen Verständnis, Artikulationsprobleme, andere betreffen die Motorik und/oder wirken sich auf das Schulleistungsverhalten aus, z.B. Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, Rechenschwierigkeiten.  Dabei muss allerdings wie auch in anderen Störungsbereichen der Entwicklung auszuschließen sein, dass es sich um schulisch bedingte Störungen handelt.

Es gibt aber auch tiefer greifende Entwicklungsstörungen, bei denen die Wahrnehmungsorganisation, die Bewegungen, die Interaktion, die Interessen auffällig beeinträchtigt bzw. eingeengt sind, z.B. Autismus (Selbstbezogenheit der Person, Gefangensein im Ich). Eine spezielle Problematik stellen auch die Persönlichkeitsentwicklungsstörungen dar, denn sie ergeben sich meist auf Grund langfristiger Erziehungseinflüsse. Psychische Krankheiten der Eltern oder andere Prädispositionen erhöhen die Auftrittswahrscheinlichkeit. Mangelndes Pflichtbewusstsein, schlechte Arbeitshaltung (früher sprach man von Verwahrlosung) zeigen sich gegenüber angestrebten Verhaltensänderungen als besonders widerständig.

Der Begriff Entwicklungsstörungen wird häufig auch unspezifisch für jede Form von Entwicklungsauffälligkeit verwendet.



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