Labeling Approach

1. Definition

Unter dem Stichwort „Labeling Approach“ werden mehrere Theorien in der Kriminologie zusammengefasst. Diese Theorien versuchen das Verhalten von Straftätern und anderer Personen mit abweichendem Verhalten aus der Reaktion auf die Umwelt und nicht aus speziellen Gegebenheiten innerhalb der Persönlichkeit der Person selbst zu erklären (vgl. Rüther, 1975, S. V).

2. Definition

Beim „Labeling Approach“ im schulischen Aspekt wird von abweichendem Schülerverhalten gesprochen, wenn bestimmte Verhaltensweisen, Handlungen, Leistungen usw. vom Lehrer als Abweichung von formellen wie informellen Normen, Erwartungen und Anforderungen empfunden, interpretiert, definiert werden und er in Form von Aufforderungen, Ermahnungen, Strafen, veränderten Interaktionsbeziehungen usw. darauf reagiert (vgl. Glötzl, 1979, S. 9).

3. Definition

Der Begriff „Labeling Approach“ befasst sich mit dem Zusammenhang von sozialer Abweichung und sozialer Kontrolle (vgl. Keckeisen, 1974, S. 11).

4. Definition

Der „Labeling“-Ansatz lässt soziale Probleme als die Ursache von gesellschaftlichen Reaktionen und nur ganz selten als deren Reflex erscheinen (vgl. Scull, 1980, S 16).

5. Definition

Der „Labeling Approach“ sagt aus, dass abweichendes Verhalten erst durch bestimmte Reaktionen von Instanzen sozialer Kontrolle, nämlich durch Etikettierungen von Personen oder Handlungen als abweichend, konstituiert wird (Kuhlen, 1978, S. 1).

6. Definition
Mit dem Etikettierungsansatz wird abweichendes Verhalten dadurch erklärt, dass die Abweichung sozial zugeschrieben und nicht objektiv vorhanden sei.

Literatur

Glötzl, H. (1979). „Das habe ich mir gleich gedacht!“ Der Einfluss von Lehrerverhalten und Schulsystemen auf die Ausprägung und Verfestigung abweichenden Verhaltens. Weinheim: Beltz Verlag.
Keckeisen, W. (1974). Die gesellschaftliche Definition abweichenden Verhaltens. Perspektiven und Grenzen des labeling approach. München: Juventa Verlag.
Kuhlen, L. (1978). Die Objektivität von Rechtsnormen. Frankfurt am Main: Peter Lang.
Rüther, W. (1975). Abweichendes Verhalten und „labeling approach“. Köln: Carl Heymanns Verlag.
Scull, A. T. (1980). Die Anstalt öffnen? Decarceration der Irren und Häftlinge. Frankfurt: Campus Verlag.




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