elaborierter Code

1. Definition

Soziolinguistik: Bezeichnung des britischen Soziolinguisten B. Bernstein (*1924) für die sprachliche Ausdrucksfähigkeit von Angehörigen der Mittelschicht, gegenüber dem  restingierten Code u.a. von höherer Differenziertheit, größerer Wortschatz, komplexerer Syntax, geringerer Verwendung von klischeehaften Wendungen gekennzeichnet (vgl. Brockhaus 1988, S. 247).

2. Definition

Im psychologischen Fachlexika ist auch von Soziolekt = Gruppensprache die Rede. Eine Form des Sprachgebrauchs, die für die Angehörigen einer sozialen Gruppe, speziell von Klassen und Schichten, charakteristisch ist. S. ist vom Dialekt zu unterscheiden, der Mundart in einer geografisch bestimmten Region. B. Bernstein unterscheidet bei den Angehörigen sozialer Klassen der Gesellschaft verschiedene S., die er Kodes nennt. Der elaborierte (entfaltete) Code soll für die Mittelschicht charakteristisch sein (vgl. Clauss, 1995, S. 434).

3. Definition

Soziolinguistik, die Beschreibung und Systematisierung linguistischer Merkmale von gruppen,- schichten – und kulturspezifischem Sprachgebrauch in Abhängigkeit von soziologisch erfassbaren Daten. Einerseits spiel in hochentwickelten Leistungsgesellschaften die Sprachfähigkeit eine entscheidende Rolle für persönliche Entfaltungsmöglichkeiten, und von der Bevölkerung andererseits, das unterschiedliche Schichten der Bevölkerung über unterschiedliche sprachliche Gewohnheiten und Fertigkeiten verfügen, wird die Forderung erhoben, durch ausgleichende bildungspolitische Maßnahmen soziale Ungerechtigkeiten zu mildern (vgl. Häcker & Stapf, 1998, S. 810).

4. Definition

Nach Ansicht der Soziolinguistik besteht eine Wechselwirkung zwischen Sprechen als sozialem Handeln und den sozialen Strukturen der Gesellschaftsschichten. Nach Bernsteins Code-Konzept neigen Angehörige der Mittel- und Oberschicht zu einem elaborierten Code. Diese Erkenntnis ist bedeutend für den Umgang der Gesellschaftsschichten miteinander ( (vgl. Köck & Ott, 1994, S.681).

5. Definition

Soziolinguistik, Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit dem Verhältnis von Sprache und Gesellschaft beschäftigt: Warum macht eine bestimmte Person in einer konkreter sozialen Situation eine bestimmte sprachliche Äußerung, und welche Konsequenzen hat dies? Forschungsbereiche: die Sprache der Unter,-Mittel- und Oberschicht; -Sprachbarriere, Sprachsoziologie; Sprachnormung und Sprachpolitik, sprachliches Rollenverhalten (Gudemann, Wolf-Eckhard, 1995, S. 456)

Verwendete Literatur

Brockhaus Enzyklopädie (1988). Feldforschung Mannheim: F.A. Brockhaus GmbH Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG.

Clauß, G.  (1995). Fachlexikon ABC Psychologie. Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch.

Häcker, H. & Stapf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber.

Köck, P. & Ott, H. (1994). Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. Donauwörth: Verlag Ludwig Auer.

Gudemann, Wolf-Eckhard (1995). Lexikon der Psychologie. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Lexikon Verlag.




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017