duale Kodierung

Die Theorie der dualen Kodierung wurde von Allan Paivio (1986) vorgestellt. Diese Theorie nimmt an, daß die Gedächtnisrepräsentation von Wort- bzw. Objektinformation auf getrennten verbalen und imaginalen Kodierungssystemen beruht. Die Kernannahmen der Theorie:

  • Verbale und nichtverbale Informationen werden mit zwei verschiedenen kognitiven Codierungssystemen bzw. -verfahren verarbeitet;
  • Das verbale (begriffliche) System dient dem Lesen und Hören von Begriffen, also der sequenziellen Verarbeitung sprachlicher Informationen; die gespeicherten Einheiten werden Logogene genannt.

Die Doppelkodierung erhöht nach Paivio die Behaltenswahrscheinlichkeit. Die duale Kodierungsannahme hilft zu erklären, warum konkretes Material (z. B. bildhafte Wörter wie Ofenrohr) in der Regel besser erinnert werden kann als abstraktes Material (z. B. Wörter wie Offenheit). Nach Annahme der Theorie hat konkretes Material eine größere Wahrscheinlichkeit, in Form von unabhängigen Kodes in beiden Systemen repräsentiert zu sein, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Gedächtnisabrufs im Vergleich zu abstraktem Material erhöht ist.

Konzeptionell wird die duale Kodierungsannahme insbesondere von zwei Seiten in Frage gestellt: einerseits durch unitaristische Kodierungsannahmen, wie sie etwa im Rahmen von propositionalen Repräsentationstheorien vorgeschlagen werden, andererseits durch modalitätsunabhängige (amodale) Kodierungsannahmen, wie sie im Zusammenhang mit mentalen Modellen oder auch im Rahmen von multimodalen Gedächtnistheorien (Gedächtnis) diskutiert werden.

Literatur
Paivio, A. (1986). Mental representations: A dual-coding approach. New York: Oxford University Press.




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