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Westermarck-Effekt

Der Westermarck-Effekt besagt, dass zwei Menschen, unabhängig davon, ob sie miteinander verwandt sind oder nicht, sich später als nicht sexuell anziehend empfinden, wenn sie längere Zeit in großer Nähe zueinander aufgewachsen sind. Männer finden daher Mütter und Schwestern aufgrund einer angeborenen Disposition wenig attraktiv, wobei das Gleiche auch für alle gegengeschlechtlichen Personen zutrifft, die man seit der Kindheit kennt und mit denen man engen Kontakt hatte. Der evolutionäre Sinn des Effekts liegt darin, Inzucht zwischen Geschwistern und Familienangehörigen, die häufig einen großen Teil der Zeitform allem in der Kindheit miteinander verbringen, zu vermeiden. Die Exogamie bietet einen biologischen Selektionsvorteil, es handelt sich also um kein kulturelles Phänomen.

Ein Beispiel sind die Kinder in den israelischen Kibbuzim, in denen diese in Peer-Groups gemeinsam aufgezogen werden, basierend auf dem Alter und nicht auf Grund der biologischen Beziehung. Eine Studie der Heiratsmuster dieser Kinder im späteren Leben ergab, dass von den fast 3000 Ehen, die im Kibbuz-System stattfanden, nur vierzehn unter Kindern aus derselben Altersgruppe waren. Von diesen vierzehn war in den ersten sechs Lebensjahren keiner zusammen aufgewachsen. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass der Westermarck-Effekt in der Zeit von der Geburt bis zum Alter von sechs Jahren wirkt.

Benannt wurde dieses sozialpsychologische Phänomen nach Edvard Alexander Westermarck, einem finnischen Philosophen, Soziologen und Ethnologen. Westermarck veröffentlichte 1921 das Buch mit dem Titel „The History of Human Marriage“, in dem er die Erkenntnissen zusammenfasste, die die Entwicklung von eheähnlichen Beziehungen auf der ganzen Welt untersucht hatten, also etwa warum einige Kulturen nur Monogamie und andere Polygamie akzeptieren.

Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Edvard_Westermarck (17-09-11)



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