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Numerical Distance Effect

Der Numerical Distance Effect – numerischer Abstandseffekt – bezeichnet das Phänomen der numerischen Kognition, das bei numerischen Vergleichsaufgaben gilt, je größer der Abstand zwischen zwei zu vergleichenden Zahlen ist, umso besser ist auch die Leistung. Nach der bisher vorherrschenden Lehrmeinung ist der Abstandseffekt einer verrauschten Repräsentation geschuldet, sodass die Leistung bei Vergleichen proportional zur Größe der Überlappung zwischen den verrauschten Repräsentationen der beiden Werte ist.

Der Numerical Distance Effect ist auch einer der am häufigsten verwendeten Marker in der Forschung zur numerischen Kognition, wobei dieser Distanzeffekt je nach Art und Weise unterschiedliche Ursprünge haben kann. Empirische Untersuchungen zeigen nun deutlich, dass der Abstandseffekt bei gleichen Aufgaben eher aus neuronalen Zahlenrepräsentationen und nicht aus Entscheidungsprozessen entsteht. Offenbar eignen sich Menschen Ziffern anders an als andere einfache Zeichen, wobei solche Symbole in unserem Gehirn eng mit einer bestimmten Mengenvorstellung verknüpft sind. Die Ziffern-Neuronen müssen demnach irgendwie gelernt haben, dass sich eine „3“ in ihrem Wert nur wenig von einer „2“ oder einer „4“ unterscheidet, sonst würden die Neuronencluster nicht auf diese beiden Ziffern teilweise mit ansprechen (vgl. Krajcsi & Kojouharova, 2017).

Kutter et al. (2018) konnten zeigen, dass nicht-symbolische und symbolische numerische Größen im menschlichen Gehirn durch Neuronen des medialen Temporallappens kodiert werden, sodass die erhobenen Daten die Hypothese stützen, dass viele menschliche numerische Fähigkeiten in biologisch bestimmten Mechanismen verwurzelt sind. Demnach entspringen symbolische Zahlenfähigkeiten nicht symbolischen Mengendarstellungen, wobei verschiedene Gruppen von Neuronen entweder nicht-symbolische oder symbolische Zahlen darstellen, jedoch nicht beide Zahlenformate gleichzeitig.

Literatur

Kutter, E. F., Bostroem, J., Elger, C. E., Mormann, F. & Nieder, A. (2018). Single neurons in the human brain encode numbers. Neuron, 100, 1–9.
Krajcsi, A., & Kojouharova, P. (2017). Symbolic Numerical Distance Effect Does Not Reflect the Difference between Numbers. Frontiers in Psychology, 8, doi:10.3389/fpsyg.2017.02013.
van Opstal, F., & Verguts, T. (2011). The origins of the numerical distance effect: The same-different task. Journal of Cognitive Psychology, 23, 112-120.



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