Gaming Disorder

Gaming Disorder ist nach der Weltgesundheitsorganisation definiert als ein mit Online- oder Offline-Computerspielen zusammenhängendes Verhalten, bei dem die Kontrolle über das Spiel verloren geht, dem Spiel Vorrang vor anderen Aktivitäten gegeben wird und schließlich andere Interessen in den Hintergrund gedrängt werden. Charakteristisch ist auch, dass Betroffene trotz negativer Folgen weiter spielen, meist sogar intensiver. Bevor Gaming Disorder diagnostiziert wird, muss der Betroffene aber mindestens ein Jahr lang dieses Suchtverhalten gezeigt haben, wobei dies zu deutlichen Problemen in einem oder mehreren Lebensbereichen wie Familie, Ausbildung, Freizeit führen muss. Diese Sucht beeinträchtigt u. U. auch körperliche Funktionen, etwa das Augenlicht und die Fitness.

Die Weltgesundheitsorganisation wird Computerspielsucht als Krankheit in die elfte Internationale Klassifikation der Krankheiten aufnehmen, die im Juni 2018 veröffentlicht werden wird. Die Liste basiert auf Einschätzungen von Experten in aller Welt. Über die Auswirkungen der Computerspielsucht gibt es noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, wobei durch die Anerkennung des Phänomens als Krankheit weiterer Forschung angestoßen wird.

Laut Anton-Proksch-Institut in Wien sind schätzungsweise ein, zwei Prozent der Bevölkerung nach Onlinespielen süchtig, daher begrüßt man den Schritt der WHO, weil es die Akzeptanz von Onlinegaming als Krankheit fördert und im besten Fall auch die Bereitschaft der Betroffenen erhöht, sich in Therapie zu begeben. Generell internetsüchtig sind nach einer Studie aus dem Jahr 2016 der Innsbrucker Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie rund drei Prozent der Jugendlichen.

Siehe dazu die Internet Gaming Disorder Scale und die Arbeitsblätter zum Thema Spielsucht – Computerspielsucht.



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